Die Valoren von Swiss Re unterbrechen am Dienstag die Kletterpartie, welche sie in den vergangenen Wochen unternommen hatten. Sie fallen um 0,48 Prozent auf 133,95 Franken. Davor haben sie sich aus dem Kurstief von Anfang Juni bei 114,45 Franken herausgearbeitet, indem sie um 17 Prozent auf den momentanen Stand - dem höchsten seit April - gestiegen sind. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt hat gemessen am Swiss Market Index (SMI) im gleichen Zeitraum um lediglich 6,3 Prozent verbessert.

Dass die Swiss-Re-Aktien am heutigen Dienstag unter Druck stehen, hat einerseits mit der Entwicklung des Gesamtmarktes zu tun, der um 0,85 Prozent und damit deutlicher als die Aktien des Rückversicherers fällt. Andererseits haben diese das durchschnittliche Kursziel der von AWP erfassten Analysten mittlerweile erreicht. Es liegt bei 134,56 Franken und damit ziemlich genau da, wo die Titel nach ihrem starken Lauf der vergangenen Wochen angelangt sind. Anders gesagt: Gemessen an der Analystenprognose ist die Decke erreicht.

Hinweise darauf, dass die Avancen von Swiss Re an der Börse zu heftig gewesen sind, gab es bereits Anfang Juli. Damals meldete Bloomberg, der Relative Strength Index (RSI) der Aktie sei auf über 70 gestiegen und diese somit überkauft. Dieses RSI-Niveau hatten die Valoren den Bloomberg-Angaben zufolge in den zurückliegenden zwölf Monaten schon sechsmal überquert – und sind in den darauffolgenden 20 Tagen im Durchschnitt um 5 Prozent gefallen. Damit würde die Aktie noch im Laufe des Juli wieder klar unter 125 Franken fallen.

So weit wird es nicht kommen, wenn der zuständige Analyst der Bank Vontobel, Matteo Lindauer, Recht hat. Er stuft Swiss Re mit «Buy» ein und traut der Aktie den Aufstieg auf 140 Franken zu. Es ist eines der höchsten Preisziele am Markt. Dennoch ist auch Lindauer im Laufe der Zeit zurückhaltender geworden. Im vergangenen Dezember sah er die Aktie noch bei 160 Franken, danach senkte er das Kursziel schrittweise ab. Er folgte damit dem Verfall der Aktie in diesem Zeitraum, blieb mit seiner Einschätzung aber stets über der jeweils aktuellen Notierung. Das «Buy»-Rating hielt er jeweils bei. Damit gehört der Vontobel-Analyst zu einem von vier bei AWP verzeichneten Experten, die Swiss Re zum Kauf empfehlen. Acht sind für «Halten», sechs sagen «Verkaufen».

Frische Impulse auf die Aktie und die Expertenprognosen dürften von den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 ausgehen. Es seien - massgeblich infolge einer geringen Grossschadenlast - gute Kennzahlen zu erwarten, schreibt Georg Marti, zuständiger Experte der Zürcher Kantonalbank. Tag der Wahrheit ist am 6. August.

Reto Zanettin
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