«Auf Thanksgiving folgte der Black Friday und damit der Start in das Weihnachtsgeschäft, und ein starker Start in das Weihnachtsgeschäft könnte den Börsen einen zusätzlichen Push geben», sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

In der alten Woche hievten Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA und die Hoffnung auf ein Friedensabkommen für die Ukraine den Dow Jones auf Wochensicht 3,18 Prozent nach oben.

Die Experten der LBBW zeigen sich jedoch vorsichtig: «Ob auf die zwar freundliche, aber umsatzarme Handelswoche eine Jahresendrally folgt, ist fraglich.» Der Rückenwind dürfte demnach wieder abflauen, sobald eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed bei ihrer Entscheidung am 10. Dezember in den Aktienpreisen enthalten ist.

Die Anleger rätseln zudem nach wie vor über die weiteren Entwicklungen im Ukraine-Krieg. Russland hat den Erhalt eines von den USA und der Ukraine ausgearbeiteten Rahmenwerks zur Beendigung des Krieges bestätigt und will den Entwurf in der kommenden Woche erörtern. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag erklärt, der in Genf von den USA und der Ukraine diskutierte Entwurf könne die Grundlage für künftige Vereinbarungen werden. Zugleich seien die Friedenshoffnungen «zwar ein positiver Faktor, doch das Schwergewicht Rheinmetall gerät in diesem Kontext unter Druck», geben die LBBW-Analysten zu bedenken.

Bei den Konjunkturdaten stehen wichtige Frühindikatoren für die USA an: Am Montag warten Anleger auf den Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie im November, zur Wochenmitte folgt das Barometer für den Dienstleistungssektor. Zudem veröffentlicht die Universität Michigan ihren Index für die Konsumentenstimmung im Dezember.

Geschäftszahlen von Salesforce

«Während das Verbrauchervertrauen eher schwach ausfallen dürfte, ist vor allem eine weiterhin gute Aktivität der US-Dienstleistungsindustrie wichtig», sagt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. «Tatsache ist, dass die US-Wirtschaft weiter gesund wächst - und dass bereits heute der immer schneller wachsende KI-Bereich sie dabei zunehmend unterstützt.»

Anleger blicken zudem auf die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone, die ebenfalls am Montag und Mittwoch veröffentlicht werden. Am Donnerstag stehen Zahlen zum europäischen Einzelhandel im Oktober auf der Agenda. Zum Wochenausklang folgen revidierte Arbeitsmarkt- und Wachstumszahlen für den Euroraum im dritten Quartal, US-Erzeugerpreise für September sowie Daten zur deutschen Industrie im Oktober.

«Nach zuletzt eher enttäuschenden Daten dürften die Auftragseingänge wieder etwas stärker zugelegt haben», prognostiziert Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Hierfür spreche unter anderem, dass der Bundeshaushalt für 2025 mittlerweile verabschiedet ist und deshalb die staatliche Nachfrage anziehen dürfte.

In den Fokus rückt zudem die Handelspolitik: Die Europäische Union will in der neuen Woche härter gegenüber China auftreten. Angetrieben wird die Entwicklung von einem Umdenken in Deutschland, der grössten Volkswirtschaft der EU, die lange als Bremser härterer Massnahmen galt - schliesslich hat die deutsche Industrie über viele Jahre prächtig in China verdient. In einer neuen «Doktrin zur wirtschaftlichen Sicherheit», die am Mittwoch vorgestellt werden soll, will die EU-Kommission ihre Möglichkeiten überprüfen. Sie will entscheiden, ob weitere Schritte nötig sind, um auf geopolitische Herausforderungen zu reagieren.

Auf der Unternehmensseite ist der Terminkalender weitgehend leer. In den USA stehen die Geschäftszahlen von Salesforce sowie die Hauptversammlung des Softwareriesen Microsoft an.

(Reuters/cash)