Gefragt waren vor allem Chipwerte: Advanced Micro Devices (AMD) kletterten um rund zehn Prozent, womit der Konzern erstmals einen Börsenwert von einer Billion Dollar erreichte. Auch Intel und Arm Holdings verzeichneten zweistellige Kursgewinne. Meta sprangen nach einer Hochstufung durch Wells Fargo wegen des neuen KI-Assistenten Muse um 11,4 Prozent nach oben.
Papiere des US-Medienkonzerns Paramount Skydance verloren drei Prozent, während die von Warner Bros Disvovery um knapp elf Prozent zulegen. Paramount hatte zuvor den Weg für die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros freigemacht. Das Unternehmen einigte sich in einem Rechtsstreit mit mehreren US-Bundesstaaten und der Autorengewerkschaft Writers Guild of America. Damit steht einer der grössten Zusammenschlüsse in der Geschichte der Medienbranche nichts mehr im Wege.
Für Erleichterung am Aktienmarkt sorgte zudem ein Rückgang der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen unter die Marke von fünf Prozent. Gleichzeitig gaben die Ölpreise nach. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich zeitweise auf den tiefsten Stand seit dem 9. September und kostete zuletzt 100,34 Dollar. Händler verwiesen auf Spekulationen über einen möglichen Durchbruch bei den Gesprächen über den Nahen Osten am Rande der UN-Vollversammlung in New York. US-Präsident Donald Trump hatte sich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gezeigt. «Wir sind darauf programmiert, den Ölpreis und die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen zu verfolgen», sagte Art Hogan, Chef-Marktstratege bei B. Riley Wealth. Beide Faktoren hätten sich zumindest kurzfristig von Gegenwind in Rückenwind für den Markt verwandelt.
Trotz der Kursgewinne behielten Anleger die Zinsaussichten im Blick. Die US-Notenbank Fed hatte in der vergangenen Woche erstmals seit drei Jahren die Leitzinsen angehoben, um die Inflation zu bekämpfen. Daten der CME Group zufolge sehen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für eine weitere Zinserhöhung im kommenden Monat. Im Laufe der Woche werden sich zudem mindestens zehn US-Notenbanker zur Geldpolitik äussern.
(Reuters)

