Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Start-up Anthropic prüft Insidern zufolge die Entwicklung eigener Chips. Damit ‌reagiere das ⁠Unternehmen auf den Mangel an Halbleitern, die für den Betrieb ⁠und die Entwicklung fortschrittlicher KI-Systeme benötigt würden, sagten drei mit dem Vorgang ‌vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. ‌Die Pläne befänden sich jedoch noch ​in einem frühen Stadium. Anthropic könne sich auch dazu entscheiden, weiterhin ausschliesslich Chips zu kaufen, sagten zwei der Insider. Bislang gebe es weder ein konkretes Design noch ein eigenes Team ‌für das Projekt, sagte eine weitere mit der Angelegenheit vertraute Person. Das Unternehmen aus San Francisco lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Nachfrage ​nach dem KI-Modell Claude von Anthropic hat ​im Jahr 2026 stark angezogen. Der ​hochgerechnete Jahresumsatz übersteige mittlerweile 30 Milliarden Dollar, nach rund neun Milliarden Dollar Ende ‌2025, hatte das Start-up Anfang der Woche mitgeteilt. Bislang nutzt Anthropic für die Entwicklung und den Betrieb seiner KI-Software und des ​Chatbots ​Claude eine Reihe von Chips, darunter ⁠von Amazon sowie sogenannte Tensor Processing ​Units (TPUs) der Google-Mutter Alphabet. Erst ⁠Anfang der Woche hatte Anthropic einen langfristigen Vertrag mit ‌Google und Broadcom geschlossen. Broadcom hilft bei der Entwicklung der TPUs. Diese Vereinbarung baut auf der Zusage des ‌Unternehmens auf, 50 Milliarden Dollar in die Stärkung ​der US-Computerinfrastruktur zu investieren. 

(Reuters)