«Wir brauchen jemanden, der die Firma über realistische, klare und messbare Kennzahlen führt», sagte Komax-VR-Präsident Andreas Häberli in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der «Finanz und Wirtschaft».

Roger  Albrecht kommt von Rieter, einem Unternehmen, das ebenfalls schwierige Jahre hinter sich hat. «Wir sehen das als Vorteil. Rieter war sicher eine harte Schule», erklärte Häberli, der seit der Trennung von Ex-CEO Matijas Meyer im April interimistisch die operative Führung innehat. Der neue CEO wird im Verlauf des ersten Quartals 2027 die operative Leitung übernehmen.

Der genaue Zeitpunkt zwischen Januar und Ende März sei allerdings noch offen. Denn Albrecht sei bei Rieter «nicht gerade unterbeschäftigt». Nach Albrechts Amtsantritt werde er sich operativ vollständig zurückziehen: «Ich bin kein Machtmensch und gebe die operative Verantwortung gerne ab», sagte Häberli.

Bis dahin bleibe er CEO ad interim, unterstützt von Andreas Weibel als CFO ad interim. Auch die definitive CFO-Nachfolge sei noch nicht geregelt: Der neue CEO solle in die Auswahl eingebunden werden und die finale Entscheidung gemeinsam mit Häberli treffen.

Datacenter-Boom dauert 3-5 Jahre

Auch Komax verfügt laut Häberli über eine Datacenter-Strategie. «Der Markt investiert stark, und wir sehen Möglichkeiten, Lücken in unserem Angebot gezielt zu füllen.» Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob Datenzentren für Komax mehr sind als nur ein kurzfristiger KI-Boom. «Wir wollen diese Welle nutzen, realistisch gesprochen über drei bis fünf Jahre.»

Am Ziel einer EBIT-Marge von über 10 Prozent ab 2027 bei einem Umsatz von rund 640 Millionen Franken hält Komax fest. «Absolute Sicherheit gibt es nie», schränkte Häberli aber ein. Das erste Halbjahr sei das erste Semester gewesen, in dem mit der neuen Kostenbasis gearbeitet worden sei

Und die Ergebnisse zeigten, dass es sich nicht nur um Hoffnung handle. Das Ziel sei «realistisch, aber ambitioniert» - Umsetzung und Marktumfeld müssten aber mitspielen.

(AWP)