Die Valoren von Richemont haben am Montag die Erholungsrallye im Swiss Market Index (SMI) angeführt und gingen mit einem Kursplus von 5,06 Prozent bei 139,65 Franken aus dem Handel. Damit steht der Titel dort, wo er bereits vor drei Jahren notierte.

Die Aktien des Uhren- und Schmuckherstellers profitierten am Montagmittag von den Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, wonach die USA mit dem Iran über ein Ende des Krieges verhandeln und innerhalb von fünf Tagen eine Einigung erzielt werden könne. Die iranische Regierung dementierte zwar umgehend. Dies hielt die internationalen Aktienmärkte aber nicht davon ab, eine Erholungsrallye einzuläuten. 

Unterstützung erhielten die Richemont-Valoren zudem von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, welche auf die nach wie vor gute Standortauslastung bei den Luxusgüterkonzernen hinwies - mehr dazu hier.

Für mittel- bis langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger stellt sich die Frage, ob die Bewertung auf dem aktuellen Niveau attraktiv ist. Denn eigentlich gibt es beim Luxusgüterkonzern an der strategischen Ausrichtung und der Qualität des Umsatzwachstums nichts zu mäkeln.

In den vergangenen fünf Jahren handelte der Titel beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 bis 34. Am Montagabend stand dieses bei 21 und somit knapp unter dem Mittelwert der letzten fünf Jahre. Das gilt auch für den Unternehmenswert im Verhältnis zum Gewinn vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (EV/Ebitda), der bei 13 steht. 

Aufgrund dieser zwei Kennzahlen kann die Bewertung als fair eingestuft werden. In einem positiven Szenario mit einem sofortigen Ende des Iran-Krieges liegen weiter Kursgewinne drin. Sollte sich das Kriegsende auf der anderen Seite weiter in die Länge ziehen, dann ist der Titel tendenziell leicht überbewertet. Dies, weil die Strassen und Shoppingzentren in Dubai weiterhin leer gefegt bleiben. Käuferinnen und Käufer in den wichtigen Märkten im Nahen Osten dürften sich kaum aus dem Haus wagen. 

Für langfristig orientierte Investoren ist das aktuelle Kursniveau interessant. Wer auf tiefere Preise hofft, kann bei anhaltendem Krieg gemessen am KGV im langfristigen Vergleich um die 130 Franken ein Auge auf den Titel werfen. 

Vom Gewinnpotenzial sind die Analysten vorerst überzeugt. 15 von 21 Analysten empfehlen den Titel zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel gemäss AWP-Analyzer beträgt 184 Franken. Das ergibt ein Aufwärtspotenzial von 31 Prozent.

Thomas Daniel Marti
Thomas MartiMehr erfahren