Die Aktie des Aromen- und Duftstoffherstellers Givaudan stellt mit einem Wochenplus von 14 Prozent fast alle anderen rund 200 an der SIX kotierten Schweizer Aktien in den Schatten. Der Titel stieg auf den höchsten Stand seit Juni 2025.

Mit unerwartet guten Drittquartalszahlen hat das Genfer Unternehmen die Investoren am Dienstag überrascht. Insbesondere Luxusparfüms erhielten einen markanten Schub. Schätzungen zufolge trug dieses hochmargige Geschäft von Givaudan rund 30 Prozent zum organischen Wachstum bei. Givaudan entwickelt und produziert Duftstoffe für viele bekannte Parfümmarken, wobei die Abnehmer nicht genannt werden.

Gut liefen im dritten Quartal auch die Geschäfte bei Duftstoffen für Alltagsprodukte wie Waschmittel oder Deodorants, aber auch die Sparte mit Aromen für Getränke und Lebensmittel.

Die Zürcher Kantonalbank attestierte Givaudan eine «eindrückliche Wachstumsbeschleunigung». Nach dem verhaltenen Jahresstart habe das Unternehmen nicht nur im Riechstoffgeschäft, sondern auch im zuletzt stagnierenden Aromengeschäft wieder an Schwung gewonnen.

Givaudan wurde an der Börse lange Zeit missachtet. Noch im Mai notierte der Titel bei 2670 Franken, jetzt bei fast 4000 Franken. Das ist ein Anstieg von satten 50 Prozent in bloss fünf Monaten.

Givaudan veröffentlicht Gewinnzahlen nur zum Halbjahr und zum ganzen Geschäftsjahr. Für den Jahresabschluss Ende Januar 2027 erwarten Analysten nun verbesserte Profitabilität. Inwiefern die gestiegenen Erwartungen am Gewinn bei der Aktie nun schon «eingepreist» sind, wird sich zeigen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten von 3700 Franken liegt jetzt schon relativ deutlich über dem aktuellen Kurs.

DocMorris überrascht mit Quartalszahlen

Zweitbeste Aktie im Swiss Market Index diese Woche ist Sandoz, gefolgt von Nestlé. Beide haben rund 8 Prozent zugelegt. Am Ende befindet sich ABB mit einem Minus von rund 5 Prozent. 

Auffallend am breiten Markt ist das Wochenplus von 17 Prozent von DocMorris, dem einzigen Unternehmen, das besser abschnitt als Givaudan. Die Onlineapotheke erlebt an der Börse seit geraumer Zeit einen Höhenflug. Nun haben am Donnerstag die Drittquartalszahlen und die erhöhte Jahresprognose die Investoren weiter überzeugt. Zudem erreichte das Unternehmen früher als erwartet die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen).

Analysten sehen im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland, das jahrelang nicht in Fahrt kam, weiteres Potenzial. So erhöhte die Deutsche Bank am Freitag das Kursziel für DocMorris auf 17,50 von 12,50 Franken. Die Einstufung «Kaufen» wurde bestätigt. Noch im März notierten die Titel bei 3,90 Franken. Nun sind es 15,70 Franken.

Das Tabellenende im Swiss Performance Index zieren diese Woche vor allem Technologieaktien. AMS Osram verlieren 14 Prozent, Comet 10 Prozent, Inficon 8 Prozent. Spekulationen wegen weiterer Zinserhöhungen belasten die konjunktursensiblen Aktien der Technologiebranche seit einiger Zeit. Die Aktie von Adecco fiel 11 Prozent. Der Zeitarbeitsvermittler litt unter den schlechten Zahlen des Konkurrenten Hays.

Daniel Hügli
Daniel HügliMehr erfahren