07:57

Am Devisenmarkt halten sich am Dienstag angesichts des bevorstehenden Ende des Ultimatums von US-Präsident Trump gegen den Iran die Bewegungen in Grenzen.

Derzeit droht Trump mit völliger Zerstörung von Brücken und Kraftwerken, falls Teheran nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ die Strasse von Hormus öffnet.

Im Tagesverlauf stehen noch einige Konjunkturdaten auf der Agenda, die angesichts des Krieges aber in den Hintergrund rücken. Zum Ende der Woche hin dürften aber insbesondere US-Inflationszahlen für Aufmerksamkeit sorgen.

Das Euro/Franken-Paar tritt bei Kursen von 0,9215 mehr oder weniger auf der Stelle. Gegenüber dem US-Dollar notiert der Schweizer Franken mit 0,7988 etwas tiefer als am Vorabend (0,7972).

Der Euro hat zum US-Dollar in der Nacht leicht an Terrain eingebüsst und wird derzeit zu 1,1536 nach 1,1553 am Vorabend gehandelt. Damit hat er sich laut Helaba nicht nachhaltig von seiner Schwächetendenz gelöst und notiere mittlerweile wieder unter der 21-Tage-Linie. Allerdings spreche die Renditeentwicklung, die sich vor allem in den kürzeren Laufzeiten zugunsten des Euros verschoben habe, für eine allmähliche Stabilisierung.

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07:50

Die Ölpreise sind am Dienstag vor dem Ablauf eines weiteren Ultimatums von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg weiter gestiegen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni gewann im frühen Handel 1,2 Prozent auf 111,11 US-Dollar.

Damit näherte sich der Juni-Terminkontrakt wieder dem Hoch aus dem März von etwas mehr als 112 Dollar. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs verteuerte sich die Referenzsorte für den weltweiten Ölmarkt um mehr als 50 Prozent. Die Ölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Bei der für den US-Markt wichtigeren Sorte WTI fällt der Anstieg bei diesem Liefertermin ähnlich aus.

Noch drastischer sieht es bei der Entwicklung des Mai-Kontrakts aus. Öl der Sorte WTI mit Auslieferung im Mai kostet am Morgen rund 115 Dollar und damit rund 70 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als fünf Wochen.

Da die für den weltweiten Ölhandel wichtige Strasse von Hormus für die meisten Schiffe praktisch unpassierbar ist, liegen die Preise für die nächsten Liefertermine deutlich über denjenigen, die noch in weiterer Ferne liegen. Für die Sorte Brent ist der Mai-Kontrakt bereits ausgelaufen.

Für Trump steht die Freigabe der Meeresenge derzeit im Fokus des Iran-Kriegs. Er stellte dem Iran deshalb mal wieder ein Ultimatum. Kurz vor seinem Ablauf am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. Trump bekräftigte seine Warnung vor einer «völligen Zerstörung» aller iranischen Kraftwerke und Brücken, falls Teheran nicht die Strasse von Hormus öffnet. Ein Sprecher der iranischen Militärführung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.

Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl und Flüssiggas.

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07:45

Der Dax wird am Dienstag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit wenig Bewegung ‌in ⁠den Handel starten. Am letzten Handelstag vor Ostern hatte ⁠der deutsche Leitindex angesichts geplatzter Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Krieges ‌0,6 Prozent tiefer bei 23'168,1 Punkten geschlossen. ‌

Am Montag hatten die ​US-Börsen angetrieben von Medienberichten, wonach die USA, der Iran und eine Gruppe regionaler Vermittler weiterhin über Bedingungen eines Waffenstillstands diskutierten, zugelegt. Entsprechende Hoffnungen wurden aber von US-Präsident Donald Trump gedämpft. ‌Trump hatte gedroht, ohne einen Deal nach Auslaufen eines Ultimatums am Dienstagabend US-Zeit (02.00 Uhr MESZ am Mittwochmorgen) den Iran ​umfangreich anzugreifen.

Der Iran hat laut einem ​Medienbericht einen sofortigen Waffenstillstand abgelehnt und ​besteht auf ein dauerhaftes Ende des Krieges.

Bei den Konjunkturdaten fühlt die ‌Beratungsfirma Sentix den Börsianern den Puls. Experten erwarten, dass deren Konjunkturpessimismus mit Blick auf die Euro-Zone im April zugenommen hat. ​Das ​Barometer dürfte demnach ⁠auf minus 9,0 Zähler von minus 3,1 ​Punkten im März ⁠fallen.

Im Fokus stehen auch die Einkaufsmanagerindizes für den ‌Dienstleistungssektor im Euroraum im vergangenen Monat. 

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06:15

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, notiert im vorbörslichen Handel 0,33 Prozent im Minus bei 12'964 Punkten. 

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05:30

Die Sorge vor einer Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die asiatischen Börsen am Dienstag belastet. US-Präsident ‌Donald Trump drohte ⁠dem Iran mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken, sollte das Land ⁠seine Frist für ein Abkommen nicht einhalten. «Jede Umsetzung der Drohungen, die Energieinfrastruktur des Irans ins Visier zu ‌nehmen, würde eine erhebliche Eskalation bedeuten und das Risiko ‌von Vergeltungsmassnahmen erhöhen, die die Energieanlagen am ​Golf weiter stören könnten», sagte Vasu Menon, Anlagestratege bei OCBC in Singapur. Der Konflikt schürte Sorgen vor einer Stagflation – also einer hohen Inflation bei schwachem Wachstum. Händler rechnen nun nicht mehr mit Zinssenkungen der US-Notenbank Fed in diesem Jahr.

In Tokio ‌gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent auf 53'323,41 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3643,90 Zählern. Die Börse in Shanghai gewann 0,5 Prozent.

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05:15

Im ​asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 159,83 Yen und ​näherte sich damit der Marke von 160 Yen, ​die Händler als mögliche Interventionsschwelle beobachten. Zum chinesischen Yuan legte er leicht auf 6,8787 Yuan zu. Zur ‌Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,7994 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1530 Dollar und bröckelte leicht auf 0,9219 Franken ab.

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04:45

Am Rohstoffmarkt ​verteuerte ​sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee ⁠um 1,3 Prozent auf 111,14 Dollar je ​Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI ⁠notierte 2,2 Prozent fester bei 114,90 Dollar.

Der Goldpreis gab hingegen leicht um ‌0,2 Prozent auf 4640 Dollar je Feinunze nach.

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23:45

Die wichtigsten US-Aktienindizes sind am Montag nach dem verlängerten Osterwochenende etwas höher aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Industrial legte um 0,36 Prozent auf 46'669,9 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,44 Prozent auf 6611,8 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,61 Prozent auf 24'192,2 Punkte. In Europa läuft das Geschäft erst am Dienstag wieder an, das Handelsvolumen war daher niedriger als üblich.

Anleger hofften im Iran-Krieg auf einen Waffenstillstand, sagten Marktteilnehmer. Davon liessen sich die Anleger offensichtlich auch nicht von erneuten Drohungen von Donald Trump gegen den Iran abbringen. Der US-Präsident hatte eine schnelle Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke angekündigt, sollte Teheran nicht rechtzeitig einlenken. Der Republikaner sagte im Weissen Haus, dass die USA nach Ablauf seines Ultimatums innerhalb von vier Stunden eine «völlige Zerstörung» herbeiführen könnten. Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der Strasse von Hormus gesetzt hat, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.

Vor diesem Hintergrund verlor der eigentlich wichtigste monatliche Konjunkturindikator deutlich an Bedeutung. Der bereits am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht war überraschend robust ausgefallen. Ausserhalb der Landwirtschaft stieg die Zahl der Stellen um 178'000. Nach dem Streik im Gesundheitswesen von mehr als 30'000 Angestellten und dem schweren Winterwetter im Februar hatten Experten zwar mit einer Gegenbewegung bei der Stellenentwicklung gerechnet. Sie hatten im Schnitt aber nur 65'000 neue Stellen erwartet.

Die Experten von ING lobten zwar den kräftigen Stellenaufbau. Dies zeige, dass sich die USA in einer guten Position befänden, dem wirtschaftlichen Gegenwind durch den Konflikt im Nahen Osten zu widerstehen. Allerdings bleibe das Jobwachstum auf eine Handvoll an Branchen begrenzt. Die steigende Unsicherheit und Vorsicht dürften Arbeitgeber von einem beschleunigten Stellenaufbau abhalten.

Die Arbeitsmarktdaten dämpften die Erwartung von Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Der kurz nach Handelsbeginn veröffentlichte ISM-Dienstleistungsindex war hingegen deutlicher gesunken als von Experten erwartet.

Nachrichten zu Unternehmen gab es nur wenige. Netflix legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs nach einem festen Start zuletzt noch um 0,3 Prozent zu. Die Experten rechnen damit, dass der Streamingriese starke Ergebnisse vorlegen wird. Das Kursziel hob die Investmentbank von 100 auf 120 US-Dollar.

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)

Monique Misteli Ringier
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