09:15

Zum Wochenschluss geht es am Schweizer Aktienmarkt den dritten Tag in Folge aufwärts. Auch für die wichtigsten europäischen Börsenplätze zeichnet sich ein versöhnlicher Ausklang für eine erneut ereignisreiche Woche ab. Allerdings bleibt die Stimmung nervös.

Ab dem heutigen Freitag soll es in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine dauerhafte Beendigung des Krieges. Zu den schwierigen Themen dürfte bei den Gesprächen auch der Streit um die Öffnung der Strasse von Hormus zählen.

Dass dies ein Knackpunkt sein könnte, zeigen auch die jüngsten Berichte, wonach der Iran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Hierzu schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social: Das sollten sie besser nicht tun, und falls sie es tun, sollten sie besser «jetzt damit aufhören!». Später schrieb er, der Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge «sehr schlechte Arbeit», die man auch als «unredlich» bezeichnen könne.

Doch obwohl die Waffenruhe eher fragil ist, kommt bislang kein neuer Druck durch die Ölpreise auf. Sie sind aktuell der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Die Preise für das Fass der Nordseesorte Brent als auch für die Sorte WTI bleiben beide klar unter 100 Dollar, nachdem sie am Mittwoch in einer ersten Reaktion auf die Waffenruhe in Richtung 90 Dollar gesunken waren.

Im weiteren Tagesverlauf steht mit der US-Inflation noch das Daten-Highlight dieser Woche an, wie es in einem Kommentar heisst. Laut Händler verheissen die Prognosen auf den ersten Blick nichts Gutes: Auf Jahressicht werde ein merklicher Anstieg erwartet. «Diese Zahlen sind das absolute Zünglein an der Waage. Fallen die Daten besser aus als befürchtet, dürfte das die Zinsfantasien neu befeuern und den Aktienmarkt endgültig ins Wochenende katapultieren. Sind die Teuerungsraten jedoch schlimmer als erwartet, droht dem gerade erst geborenen, jungen Aufwärtstrend ein jähes und brutales Ende.»

Der SMI eröffnet mit einem Plus von 0,35 Prozent auf 13'205 Punkte. Damit zeichnet sich der dritte Plus-Tag in Folge und auch ein Wochenplus ab. Aktuell tendieren 16 der 20 SMI-Werte höher, und zwar zwischen +0,18 (Swiss Life) und +2,1 Prozent (Richemont).

Auch der Zementhersteller Holcim wird (vor allem) wegen Analystenkommentaren gesucht (+1,9 Prozent). So hat Goldman Sachs die Titel auf «Buy» hochgestuft. Laut Händlern hat zudem Exane BNP Paribas die Papiere auf «Neutral» hochgestuft. Das sorge für Rückenwind. Mit Kursgewinnen von jeweils mehr als 1 Prozent sind auch ABB, Amrize und Partners Group gesucht.

Derweil werden Zurich um 3,9 Prozent oder 24,70 Franken tiefer indiziert. Allerdings werden die Papiere an diesem Tag Ex-Dividende (30,00 Franken) gehandelt. Damit halten vorbörslich Kühne+Nagel (-0,2 Prozent) die rote Laterne.

In den hinteren Reihen ziehen unterdessen Bossard (+2,0 Prozent) an. Die Umsatzzahlen für das erste Quartal lassen eine gewisse Stabilisierung erkennen.

08:10

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär in der Gewinnzone.

Knapp eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Swiss Market Index (SMI) 0,23 Prozent im Plus bei 13'190 Punkten. Dabei bewegen sich 18 von 20 SMI-Titel im Plus. Einzig Sika (-0,15 Prozent und Zurich Insurance (-4,55 Prozent, ex-Dividende) verzeichnen Abschläge. Am deutlichsten legt Holcim mit +2,44 Prozent zu nach einer Hochstufung von Goldman Sachs.

Auch der breite Markt tendiert vorbörslich im Plus. Dabei fallen die Titel der Industrie-Gruppe Bossard auf, die nach eine überraschend guten Zahlenvorlage des ersten Quartals fast 2 Prozent zulegt.

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08:00

Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

- Holcim: Goldman Sachs erhöht auf 82 (77) Franken mit Buy

- ABB: UBS erhöht auf 69 (54) Franken mit Neutral

- Bachem: Barclays erhöht auf 65 (60) Franken mit Equal Weight

- Landis+Gyr: JPMorgan senkt auf 59 (61) Franken mit Neutral

- SoftwareOne: Berenberg senkt auf 8,70 (11) Franken mit Buy

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07:50

Die Sorgen über weitere Unterbrechungen der Ölversorgung im ⁠Nahen Osten treiben die Preise nach oben. Am Rohstoffmarkt verteuert ‌sich die Rohöl-Sorte Brent aus ‌der Nordsee um ein Prozent ​auf 96,83 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI notiert 0,6 Prozent fester bei 98,43 Dollar.

In dieser Woche haben beide Kontrakte bisher elf Prozent an Wert ‌verloren, der grösste wöchentliche Rückgang seit Juni 2025. Die angekündigte Waffenruhe im Iran-Krieg hatte zunächst für einen Preissturz ​gesorgt. Die anfängliche Erleichterung sei aber schnell ​von Zweifeln überschattet worden, schreibt IG-Marktanalyst ​Tony Sycamore in einer Mitteilung. Alle Augen seien weiterhin fest ‌auf die Tankerströme in der Strasse von Hormus gerichtet, um Anzeichen für eine verstärkte Aktivität im Vorfeld der ​in ​Pakistan geplanten Friedensgespräche ⁠zu erkennen. Der Tankerverkehr in der ​strategisch wichtigen Wasserstrasse ⁠ruht immer noch weitgehend.

Zudem haben Angriffe auf saudische Energieanlagen ‌die Ölproduktionskapazität des Königreichs um rund 600'000 Barrel pro Tag und den Durchsatz der Ost-West-Pipeline ‌um etwa 700'000 Barrel pro Tag ​reduziert, berichtet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA. 

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07:40

Der Dax wird am Freitag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge etwas höher ‌in ⁠den Handel starten. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex ⁠1,1 Prozent tiefer bei 23'806,9 Punkten geschlossen, da Anleger nach ‌den schweren Angriffen Israels auf den ‌Libanon an der Tragfähigkeit ​der Waffenruhe im Iran-Krieg zweifelten.

An der Wall Street sorgte die Hoffnung auf Gespräche hingegen für leichte Gewinne. Zum Wochenschluss werden in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Delegationen ‌aus den USA und dem Iran erwartet. Die eigentlichen Gespräche über die Aushandlung einer Waffenruhe sollen am Samstagmorgen (Ortszeit) beginnen.

Im ​Fokus der Anleger werden am Freitag ​die Inflationszahlen aus den USA ​stehen, die laut Experten durch die Kriegsauswirkungen höher ausfallen dürften. Sollte ‌die März-Rate noch stärker steigen als erwartet, könnte das die Diskussionen über Zinserhöhungen der Notenbanken noch verstärken und ​damit auch ​die Aktienmärkte belasten, ⁠sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter ​QC Partners.

Bei der ⁠Lufthansa dürfte ein Streik des Kabinenpersonals zum Ausfall ‌Hunderter Flüge der Airline führen.

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06:20

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, steht im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,57 Prozent höher bei 13'181 Punkten.

Am letzten Handelstag der Woche meldet Bossard seinen Umsatz für das erste Quartal 2026, und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) legt den Konsumentenpreisindex für März vor.

Gespannt blicken die Anleger jedoch auf die US-Inflationsdaten für März, die am Freitagnachmittag (Schweizer Zeit) veröffentlicht werden.

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05:45

Die asiatischen Börsen haben am Freitag trotz anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten Gewinne verzeichnet. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 1,5 Prozent auf 56'728,9 Punkte zu, während der breiter gefasste Topix fast unverändert ‌bei 3739,9 ⁠Zählern blieb. Auch in China griffen die Anleger zu: Die Börse Shanghai gewann 0,8 Prozent auf 3998,2 Stellen. Der Index ⁠der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,3 Prozent auf 4626,2 Punkte. Die Sorge um die Beständigkeit der Waffenruhe zwischen den USA und dem ‌Iran sowie die israelischen Angriffe im Libanon dämpften jedoch die Kauflaune.

In Japan stützten starke Unternehmenszahlen ‌und die Hoffnung auf Technologie-Investitionen den Markt. Zu den grössten Gewinnern zählte ​der Uniqlo-Mutterkonzern Fast Retailing, dessen Aktien nach sehr guten Quartalszahlen auf ein Rekordhoch kletterten. Auch der Technologiezulieferer Fujikura und der Chiphersteller Kioxia Holdings verbuchten deutliche Aufschläge. «Selektive Käufe von Einzelaktien nach den Gewinnbekanntgaben scheinen zur Aufwärtsdynamik beizutragen», sagte Maki Sawada, Aktienstrategin bei Nomura Securities. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi kündigte derweil an, ab Mai weitere Ölreserven freizugeben, um die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts abzufedern.

In China rückten neue ‌Inflationsdaten in den Fokus, die die direkten Auswirkungen des sechswöchigen Iran-Krieges widerspiegeln. Die Erzeugerpreise stiegen im März um 0,5 Prozent und damit erstmals seit dreieinhalb Jahren, angetrieben von höheren Energiekosten. Diese importierte Inflation könnte den Spielraum der Zentralbank für weitere Konjunkturhilfen einschränken.

Gleichzeitig blickten Investoren nervös ​auf den Nahen Osten, da der Iran die israelischen Angriffe auf den Libanon als Hindernis für ​das Abkommen mit den USA ansieht.

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05:30

Am Devisenmarkt profitierte der Dollar von ​robusten US-Wirtschaftsdaten und einer hartnäckigen Inflation, die die Erwartungen an eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) bis in den April 2027 verschoben haben. Im asiatischen Handel gewann der Dollar ‌0,1 Prozent auf 159,12 Yen und legte leicht auf 6,8310 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7904 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1690 Dollar und zog leicht auf 0,9241 Franken an.

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05:00

Die Ölpreise zogen angesichts der ​anhaltenden geopolitischen Risiken ​im Nahen Osten wieder an. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die ⁠Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,7 Prozent auf 96,54 Dollar je Barrel (159 ​Liter). Das US-Öl WTI notierte ⁠0,9 Prozent fester bei 98,73 Dollar.

Ein Raketenangriff der Hisbollah auf Israel sowie eine scharfe Warnung von US-Präsident Donald Trump an den ‌Iran, den Öltransport durch die strategisch wichtige Strasse von Hormus nicht zu behindern, schürten erneute Angebotssorgen.

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23:00

Die Hoffnung auf eine friedliche Lösung des seit sechs Wochen andauernden Nahost-Konflikts hat die US-Börsen angetrieben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Donnerstag 0,57 ‌Prozent höher ⁠auf 48'184 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,61 Prozent auf 6824 Zähler vor, und der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,81 ⁠Prozent auf 22'819 Punkte.

Im frühen Handelsverlauf hatten die US-Börsenbarometer um jeweils rund ein halbes Prozent nachgegeben. Mit den schwersten Angriffen auf den Libanon seit Kriegsbeginn hatte Israel in der Nacht ‌die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Feuerpause mit dem Iran in Gefahr gebracht. Die Attacken verletzten ‌nach Darstellung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian die mit den USA vereinbarte zweiwöchige ​Waffenruhe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt jedoch Friedensgespräche mit dem Libanon an und beseitigte damit eine zentrale Hürde bei den Verhandlungen der USA mit dem Iran. Er habe das Kabinett angewiesen, diese so schnell wie möglich aufzunehmen, teilte Netanjahu am Nachmittag mit.

Dies linderte die Sorgen um die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Das sogenannte Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex VIX, fiel auf den niedrigsten Stand seit Kriegsbeginn. «Es setzt sich zunehmend ‌die Erkenntnis durch, dass diese Regierung mehr bellt als beisst», sagte Oliver Pursche, Manager beim Vermögensverwalter Wealthspire Advisors. «Aus Anlegersicht muss man sich entscheiden, ob man das alles ignoriert oder einfach Kasse macht und die nächsten zwei Jahre aussitzt.»

Die geopolitische Lage spiegelte sich zudem am Ölmarkt wider. Die Preise schwankten im Handelsverlauf, ​da die Investoren auf die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus durch den Iran warteten, durch die ein Fünftel ​des weltweiten Öls transportiert wird. Die US-Sorte WTI verteuerte sich zu Börsenschluss um 3,66 Prozent, ​blieb jedoch unter der Marke von 100 Dollar pro Barrel.

Gleichzeitig rückte die Geldpolitik wieder in den Fokus: Aus den Protokollen der jüngsten US-Notenbanksitzung ging hervor, dass die Währungshüter zunehmend Zinserhöhungen ‌in Betracht ziehen, um den inflationären Folgen eines längeren Iran-Krieges entgegenzuwirken. Neue Daten des Handelsministeriums zeigten, dass die US-Wirtschaft im vierten Quartal langsamer wuchs als erwartet, während die Verbraucherpreise auf hohem Niveau verharrten.

Nun blicken Anleger auf den offiziellen US-Inflationsbericht für März, der am Freitag veröffentlicht wird. Die Teuerungsraten und die Zinspolitik der Notenbank ​stellten die ​Weichen für den weiteren Trend am Aktienmarkt, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers ⁠CMC Markets. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed zeigten, dass ​eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine ⁠Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten könnte.

Bei den Einzelwerten sorgte Amazon für Aufsehen. Die Aktien des Online-Riesen legten um knapp 5,5 Prozent ‌zu, nachdem Konzernchef Andy Jassy erklärt hatte, dass die Dienstleistungen für Künstliche Intelligenz (KI) in der Cloud-Sparte einen Jahresumsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar generieren. «Viele Leute zweifeln an den potenziellen positiven Auswirkungen von KI, und ich denke, Amazon hat gezeigt, dass ‌sich diese positiven Erträge viel schneller einstellen können als von den meisten erwartet», sagte VermögensverwalterPursche.

Softwarewerte gehörten zu den ​Verlierern des Tages, während Einzelhandels- und Halbleiteraktien überdurchschnittlich abschnitten. Gefragt waren auch die Papiere von Constellation Brands, die nach einem geringer als befürchtet ausgefallenen Umsatzrückgang im vierten Quartal um über 8,5 Prozent nach oben sprangen. Die Aktien des Rechenzentrumsbetreibers Applied Digital gaben dagegen um fast acht Prozent nach, da sich der Nettoverlust im dritten Quartal im ‌Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet hatte. 

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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