Der Verwaltungsrat von DocMorris wirft dem polnischen Grossaktionär CEPD in seiner Einladung vom Donnerstag vor, eine feindliche Übernahme durch die Hintertür anzustreben. Das Gremium drängt die Aktionäre zur Ablehnung der Anträge des Investors, um die Unabhängigkeit des Unternehmens zu schützen.
Der von Jacek Szwajcowski kontrollierte Investor CEPD, der im Frühjahr 2025 eingestiegen war, hält seit April rund 15 Prozent der Anteile und ist somit der grösste Aktionär von DocMorris. Der Grossaktionär will bei der Generalversammlung vom 12. Mai früheren Angaben zufolge drei eigene Vertreter in den Verwaltungsrat wählen lassen und durch die Absetzung von Verwaltungsratspräsident Walter Oberhänsli den Vorsitz übernehmen.
Der Rivale von Redcare Pharmacy warnte, Szwajcowski wolle die Kontrolle über das Unternehmen erlangen, ohne den übrigen Anteilseignern ein reguläres Übernahmeangebot mit entsprechendem Preisaufschlag zu unterbreiten. CEPD habe ein Angebot für einen einzelnen Sitz im Verwaltungsrat mehrmals ausgeschlagen. Zudem wirft DocMorris CEPD vor, trotz wiederholter Nachfragen keine Angaben zu seinen strategischen Absichten oder seinen Verpflichtungen gegenüber Finanzierungspartnern und Kreditgebern zu machen. CEPD wollte sich vorerst nicht äussern.
Der Verwaltungsrat von DocMorris schlägt stattdessen eine teilweise personelle Erneuerung vor, in dem er drei von sechs Sitzen neu besetzen will. Gleichzeitig verwies DocMorris auf ermutigende Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026. An der Börse legten die Aktien bis zum Mittag rund neun Prozent zu. Der eingeschlagene Kurs zeige Wirkung, weshalb Kontinuität an der Unternehmensspitze geboten sei.
CEPD hatte den Vorschlag, den Verwaltungsrat neu zu besetzen, im März eingebracht, nachdem das Unternehmen seine mittelfristigen Prognosen gekappt hatte.
(Reuters)

