Der Franken fällt am Freitagvormittag gegen den Euro bis auf einen Stand von 0,9405. Die Schweizer Währung notierte zuletzt am 18. August über der Marke von 94 Rappen. Noch im März lag der Eurokurs bei knapp 90 Rappen.
Die insgesamt abnehmenden Spannungen in der Golfregion verringern die Anziehungskraft des Frankens für internationale Investoren. Denn die Schweizer Währung ist traditionell ein Zufluchtsort in unsicheren Zeiten.
Schwerer wiegt aber die sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Euroraum auf der Kursentwicklung der letzten Wochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) liess die Leitzinsen im Juli trotz vorerst unverändert bei 2,25 Prozent. Viele Beobachter rechnen mit einer Erhöhung im September.
In der Schweiz verharren die Zinsen dagegen seit Juni 2025 auf dem Nullniveau. Und immer mehr Ökonomen rechnen damit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu einem späteren Zeitpunkt eine Zinserhöhung durchführen wird.
Eine Mehrheit von befragten Experten in einer Bloomberg-Umfrage mit einer Straffung der Geldpolitik erst Anfang 2028. Eine steigende Zinsdifferenz zum Euroraum macht Anlagen in der Gemeinschaftswährung für Investoren attraktiver.
Hintergrund der unterschiedlichen Geldpolitik der zwei Notenbanken ist die Entwicklung der Inflation in den Währungsräumen. In der Schweiz lag die Jahresteuerung im Juli 2026 bei 0,4 Prozent. Die Inflationsrate im Euroraum lag im Juli dagegen bei 2,9 Prozent.

