Wer sich auf die Zeit nach der Pensionierung vorbereitet, für den ist die Säule 3a aus zwei Gründen finanziell attraktiv. Zum einen können die einbezahlten Beträge von den Steuern abgesetzt werden. Zum anderen kann die persönliche Vorsorge über die AHV-Rente und das Geld aus der Pensionskasse - sei es eine Rente oder sei es das bezogene Kapital - hinaus gestärkt werden.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Säule-3a-Anbietern und -Angeboten. Klassischerweise: Das Konto, das Sicherheit bietet, aber kaum Rendite abwirft, sowie Wertschriftenlösungen, bei denen man über hohe Aktienanteile mehr Risiko in Kauf nehmen, doch auch auf höhere Renditen hoffen kann.

Derweil liegt der Knackpunkt oft bei den Gebühren, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Dabei können die Differenzen erheblich sein, wie eine Auswertung der nach eigenen Angaben unabhängigen Vergleichsplattform Evaluno zeigt. Die Analyse erfasst 371 verschiedene Säule-3a-Fonds beziehungsweise Anlagestrategien von total über 40 Anbietern (Stand: Ende September 2026).

Unter den Lösungen mit einem mindestens 50-prozentigen Aktienanteil seien die Gebühren beim teuersten Anbieter rund zehnmal so hoch wie beim günstigsten, hat Evaluno herausgefunden. Die folgende Tabelle zeigt die zehn günstigsten sowie die zehn teuersten Anbieter.

Rang Anbieter Jährliche Gebühren (%) Kosten in 10 Jahren (CHF)
1 True Wealth 0,16 733
2 Findependent 0,29 1338
3 LibertyGreen 0,31 1444
4 Finpension 0,39 1793
5 VIAC 0,42 1929
6 Neon 0,42 1929
7 Tellco 0,44 2020
8 Frankly 0,45 2043
9 Relevate 0,48 2186
10 Yuh 0,50 2291
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35 Basler Kantonalbank 1,24 5561
36 Bank Cler 1,24 5561
37 UBS 1,25 5613
38 Banque Cantonale Vaudoise 1,27 5660
39 Zuger Kantonalbank 1,33 5953
40 Zurich 1,35 6025
41 Swiss Life 1,43 6355
42 Berner Kantonalbank 1,48 6557
43 Walliser Kantonalbank 1,50 6663
44 Aargauische Kantonalbank 1,65 7316

Gebühren- und Kostenvergleich von 3a-Anbietern in der Schweiz / Quelle: Evaluno.

Der Vergleich schliesst Produktkosten sowie Depot- und andere jährlich anfallende Gebühren ein, nicht jedoch einmalige Ausgabe- und Rücknahmekommissionen. Er bildet den Durchschnitt aller Produkte je Anbieter ab und geht davon aus, dass über eine Dekade hinweg Jahr für Jahr 7258 Franken in einen 3a-Topf, der zu mindestens 50 Prozent aus Aktien besteht, einbezahlt werden.

Es zeigt sich, dass Digitalbanken allgemein günstiger sind als Kantonalbanken, Versicherungen und die Grossbank UBS. Die Gebührenunterschiede sind, teilweise wenigstens, erklärbar durch aktive versus passive Verwaltung der Fonds, durch den Umfang von Beratungsleistungen sowie unterschiedlich aufwendige Vertriebstrukturen.

Dennoch sagt Evaluno-Mitbegründer Silvan Forster: «Dass der teuerste Anbieter rund zehnmal so viel verlangt wie der günstigste, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar.» Er kann auf die über zehn Jahre hinweg anfallenden Kosten verweisen. Beim günstigsten Anbieter belaufen sie sich auf rund 733 Franken, beim teuersten auf 7316 Franken. 

Dabei sei ein teureres Produkt selten auch ein besseres, was die Rendite betrifft. «Bei der Säule 3a entscheidet die Wahl des Anbieters über Tausende Franken. Wer mehr bezahlt, erhält dafür in der Regel nicht mehr Rendite», sagt Forster. Gemäss seiner Erhebung erzielte in fünf von sechs Aktienanteilgruppen die günstigere Hälfte der Produkte über fünf Jahre durchschnittlich mehr Rendite als die teurere Hälfte. Anlegerinnen und Anleger erhielten für höhere Gebühren also in der Regel keine Mehrrendite, resümiert Evaluno.

Gemäss den Analysedaten heisst dies konkret beispielsweise: Unter den Produkten mit einem 40- bis 60-prozentigen Aktienanteil warf die günstigere Hälfte der Produkte in fünf Jahren 16 Prozent Rendite ab; bei der teureren Hälfte der Produkte waren es 11,2 Prozent. Unter den 3a-Lösungen mit einem 60- bis 80-prozentigen Aktienanteil gab die günstigere Hälfte der Produkte in fünf Jahren 29,9 Prozent Rendite her, während die teurere Hälfte der Lösungen um 20,7 Prozent rentierte.

Wer demnach allein auf die Performance schaut, findet in diesen Daten gute Gründe für Säule-3a-Lösungen, die geringere Gebühren aufweisen. Andere Personen schätzen etwa eine persönliche Beratung und sind dann auch bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Ausserdem ist nicht gesagt, dass günstig bleibt, wer günstig ist.

Eine Viertelmillion Franken Differenz in vier Jahrzehnten

Ein paar Zehntelprozentpunkte Differenz bei den Gebühren mögen verkraftbar sein, wenn man seine Finanzplanung für wenige Jahre macht. Sie fallen aber ins Gewicht, wenn der Zeithorizont sich auf mehrere Jahrzehnte erstreckt. Gerade in der Vorsorge sind solch lange Spannen typisch. Man sät in jungen Jahren und erntet, wenn man vom Erwerbsleben in den Ruhestand tritt. Dazwischen können 40 und mehr Jahre vergehen.

Dazu zeigt eine Modellrechnung von Evaluno, dass der Ertrag aus einer günstigen 3a-Lösung um mehr als eine Viertelmillion Franken höher ist als die Summe, die bei einem teuren Anbieter im Laufe der Zeit zusammenkommt.

272'600 Franken betrage der Unterschied, heisst es im Auswertungsbericht. Die Annahmen dazu sind: Eine Person zahlt zwischen dem 25. und 65. Altersjahr jährlich 7258 Franken in ein 3a-Gefäss ein. Die Rendite sei 5 Prozent pro Jahr. Bei einem günstigen Anbieter, der Gebühren von 0,16 Prozent verlangt, resultiert nach vier Dekaden ein Guthaben von 884'500 Franken. Bei einem teuren Anbieter und Gebühren von etwas über 1,6 Prozent ergeben sich 611'900 Franken.

Hinter den üppigen sechsstelligen Beträgen steckt der Zinseszinseffekt, der vor allem bei langfristigem Anlegen - beziehungsweise Vorsorgen - greift. So können auch scheinbar kleine Gebührenunterschiede immerzu einschneidender werden.

Offenkundig ist, dass die Rechnung Modellcharakter hat. Das gilt für die Annahme einer jährlichen Rendite von 5 Prozent über vier Jahrzehnte hinweg, aber auch für den Einzahlungsbetrag. Die 7258 Franken entsprechen der Summe, die im Jahr 2026 maximal in die Säule 3a entrichtet werden kann. Schon nächstes Jahr werden es 7373 Franken, also 115 Franken mehr als heute, sein. Erwerbsunterbrüche, grössere Anschaffungen und längere Auszeiten können die Serie der jährlichen Einzahlungen unterbrechen und so auch das Ergebnis der Beispielrechnung verändern.

Reto Zanettin
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