Mindestens drei Billionen Dollar (2,6 Billionen Euro) dürften laut Moody’s in den nächsten fünf Jahren in Investitionen im Zusammenhang mit Rechenzentren fliessen. Dieses Kapital werde auf die Stärke mehrerer Bereiche der Unternehmensanleihemärkte angewiesen sein, so die Ratingagentur in einem Bericht vom Montag.
Um den Boom der künstlichen Intelligenz (KI) und des Cloud Computing zu unterstützen, müssten Billionen von Dollar in Server, Computerausrüstung, Rechenzentrumsanlagen und neue Stromkapazitäten investiert werden, hiess es.
Ein Grossteil dieses Kapitals werde direkt von grossen Technologieunternehmen stammen, die mit steigender Nachfrage nach Rechenzentren und dem für deren Betrieb benötigten Strom konfrontiert sind. Im Zuge des Kapazitätswachstums sind sechs US-Hyperscaler — Microsoft, Amazon, Alphabet, Oracle, Meta Platforms und CoreWeave — laut Moody’s auf dem besten Weg, in diesem Jahr 500 Milliarden Dollar in Rechenzentren zu investieren.
Banken werden weiterhin eine «prominente Rolle» bei der Bereitstellung von Finanzierungen spielen. Angesichts der enormen benötigten Kapitalmengen werden zunehmend auch andere institutionelle Investoren neben den Banken Kredite vergeben, heisst es in dem Bericht.
Moody’s schätzt zudem, dass US-Rechenzentren bei der Refinanzierung ihrer Schulden verstärkt auf Asset-Backed Securities (ABS), Commercial Mortgage-Backed Securities (CMBS) und private Unternehmensanleihemärkte zurückgreifen werden. Die Neuemissionen werden laut Bericht nach den Rekordniveaus von 2025 an Grösse und Konzentration zunehmen.
Allein auf dem US-ABS-Markt wurden 2025 rund 15 Milliarden Dollar emittiert. Moody’s erwartet, dass das Volumen in diesem Jahr «erheblich» wachsen wird, was teilweise auf Baukredite für Rechenzentren zurückzuführen ist.
Die enormen Schulden, die zur Umsetzung der KI-Revolution erforderlich sind, haben Bedenken hinsichtlich der Entstehung einer Blase aufkommen lassen, die letztendlich Aktien- und Kreditinvestoren schaden könnte, wenn einige der Technologien die hohen Erwartungen nicht erfüllen.
Die Nachfrage nach dem Bau neuer Rechenzentrumskapazitäten zeigt jedoch keine Anzeichen einer Verlangsamung. Laut Moody’s befindet sich der Wettlauf um den Aufbau neuer Kapazitäten noch im Anfangsstadium und das Wachstum werde global in den nächsten zwölf bis 18 Monaten anhalten.
Die Kapazität «wird irgendwann in den nächsten zehn Jahren oder so benötigt werden», sagte John Medina, Senior Vice President bei Moody’s. Das Tempo der Akzeptanz sei schwer vorherzusagen, da ständig neue Technologien aufkämen. «Ein ChatGPT, das es vor drei Jahren noch nicht gab, benötigt heute enorme Rechenleistung.»
(Bloomberg/cash)
