Die SIG-Führung hat nach dem massiven Kursrutsch vom 17. August bei den eigenen Aktien kräftig zugeschlagen. Zur Erinnerung: Beim Schaffhauser Verpackungsproduzenten gab es innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal einen abrupten Wechsel an der Unternehmensspitze. Die Anleger reagierten brüskiert.
So gab SIG zu Wochenbeginn bekannt, dass Mikko Keto das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlässt und Ann-Kristin Erkens die Führung übernimmt. Noch im vergangenen Herbst hiess es, der Finne sei «für die Umsetzung der Richtige». Gemeint war eine umfassende Restrukturierung und Strategieüberprüfung, nachdem die Aktie seit dem Rekordhoch von 2021 über 70 Prozent eingebüsst hatte.
Offensichtlich war der Finne aber nicht der Richtige. Der Markt bestrafte den erneuten Wechsel mit einem kräftigen Kurssturz: Am Montag gaben SIG-Aktien über 17 Prozent nach, im Tief betrug das Minus gar 28 Prozent.
Das Top-Management nutze diesen Einbruch nun, um zuzuschlagen. Laut der Datenbank der Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation (SER) wurden für den 18. August 2026 drei Kauftransaktionen im Gesamtwert von 1,3 Millionen Franken gemeldet. Dabei entfielen zwei Transaktionen im Wert von 274’000 Franken auf Personen aus der Geschäftsleitung und eine Transaktionssumme von 1 Million Franken auf ein Verwaltungsratsmitglied.
Bei diesen Käufen scheint es sich um klassisches «Buy-the-Dip» zu handeln. Die Führung zeigt sich überzeugt, dass der Markt überreagiert hat und die gesetzten Ziele mit der neuen (besseren) Führung erreicht werden können. Besonders Letzteres müsste sich langfristig positiv auf die Wertschöpfung im Unternehmen und somit auf den Aktienkurs auswirken.
Ob dieses Kalkül aufgeht, bleibt allerdings offen. Denn auch das Management anderer Unternehmen griff in vergleichbaren Situationen kräftig zu - jüngere Beispiele sind etwa Jan Jenisch von Amrize oder Peter Spuhler bei Stadler Rail. Während für Jenisch die Rechnung noch nicht vollends aufgegangen ist, brauchte Spuhler vor allem eines: sehr viel Geduld.

