Der Franken fällt am Dienstagmorgen gegen den Dollar rund 0,8 Prozent auf 0,8004 Einheiten pro US-Währung. Dieses Niveau wurde letztmals Anfang April erreicht. Gegen den Euro gibt die Schweizer Valuta bis 0,2 Prozent auf 0,9215 Franken nach.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an der bestehenden Geldpolitik fest. Die Notenbank beliess am Donnerstag den Leitzins bei null Prozent. Das macht den Schweizer Franken als Anlagewährung weniger attraktiv im Vergleich zu anderen Devisen.

Die Europäische Zentralbank hat letzte Woche beschlossen, ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben. Der Einlagesatz wurde von 2,0 Prozent auf 2,25 Prozent angehoben. Die US-Notenbank Fed entschied sich am Mittwochabend zwar für eine weitere Zinspause und liess die Spanne zum vierten Mal in diesem Jahr bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Eine Zinsanhebung ist jedoch angesichts der gestiegenen Inflation wahrscheinlicher geworden.

In der Schweiz zeichnen sich dagegen keine Zinserhöhungen ab. Die Inflation in der Schweiz lag im Mai bei 0,6 Prozent und damit klar innerhalb des SNB-Zielbands von 0 Prozent bis 2 Prozent. Ein Hauptgrund ist unter anderem ein weiterhin starker Schweizer Franken, der die Auswirkungen des Energiepreisschocks infolge des US-Kriegs gegen Iran teilweise abfedert.

«Weniger Unsicherheit und ein höheres Zinsdifferenzial zur EZB sollten die Nachfrage nach einem sicheren Hafen in Form des Schweizer Frankens abschwächen lassen», schreibt Philipp Burckhardt, Fixed Income Stratege Lombard Odier IM, am Donnerstag.

Daniel Hügli
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