Ein 0,66-prozentiges Plus schiebt die Titel des Schaffhauser Traditionsunternehmens Georg Fischer auf 53,20 Franken hoch. Zuvor hatten sie sich über rund zwei Wochen in einer Spanne von 51 bis 54 Franken bewegt. Einen Kurssprung um 14 Prozent an einem Handelstag verbuchten die Anlegerinnen und Anleger, nachdem Mitte Juli die unerwartet starken Halbjahreszahlen veröffentlicht wurden.
Im Nachgang zur Zahlenvorlage revidierten mehrere Analysten ihre Prognosen für die Aktie des von CEO Andreas Müller geleiteten Unternehmens. Am Dienstag folgt nun der zuständige Experte von CFRA. Er nimmt die Abdeckung von Georg Fischer mit einem «Buy»-Rating und dem Kursziel von 61 Franken auf. Damit traut er den Titeln einen Höhenflug auf den besten Stand seit Oktober 2025 beziehungsweise einen 15-prozentigen Kursgewinn zu.
Der CFRA-Experte knüpft in seiner Begründung an die jüngste Entwicklung des Konzerns an. Insbesondere trägt er dem Umstand Rechnung, dass Georg Fischer Kühllösungen für KI-Rechenzentren liefert; zudem profitiere das Unternehmen von einer längerfristig anhaltenden Investitionswelle in der Halbleiterfertigung sowie der Modernisierung veralteter Infrastrukturen und Gebäude.
Das Geschäft mit Rechenzentren sowie dem Halbleiterbereich hatten schon wesentlich zu den überraschend positiv ausgefallenen Halbjahreszahlen beigetragen. Konzernumsatz und operativer Gewinn lagen über den Erwartungen, auch der Auftragseingang wurde als «stark» bezeichnet. Zudem hob das Management den Umsatzausblick 2026 für das Flow-Solutions-Geschäft an.
Zur Zielerreichung sei die Disziplin in der Umsetzung entscheidend, erklärte CEO Andreas Müller im cash-Interview. «An ihr dürfen wir nicht scheitern.» Weiter sah er in unerwartet starken Turbulenzen am Markt mögliche Herausforderungen für die kommenden Monate.
Neben CFRA hat beispielsweise auch der zuständige Experte der Bank Vontobel, Arben Hasanaj, die Halbjahreszahlen kommentiert: Die Wachstumsdynamik im ersten Halbjahr 2026 sei in einem anspruchsvollen Umfeld beeindruckend gewesen und unterstreiche die innovationsgetriebene Positionierung von Georg Fischer. «Fortschritte bei Ergebnis und Cashflow sollten sich schrittweise einstellen, da das Unternehmen weiterhin gewissenhaft agiert und optimiert. Dies sollte die nächste Stufe in der Neubewertung von Georg Fischer einleiten», so Hasanaj, der den Industriekonzern mit «Buy» und einem Kursziel von 72 Franken einstuft.
Das durchschnittliche Kursziel aller von Bloomberg erfassten Analysten liegt bei 63,40 Franken und damit 20 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag. Elf Experten empfehlen Georg Fischer zum Kauf, einer ist für «Hold». «Sell»-Ratings gibt es keine.

