Novartis überrascht den Markt: Am Montag legte der Pharmakonzern Daten aus einer weiteren Zwischenanalyse zu dem Brustkrebsmittel Kisqali vor. Das ist einerseits klar früher als gedacht und andererseits fallen die Ergebnisse zudem noch stark aus.

Die Aktien des Pharmakonzerns gewinnen 5,5 Prozent auf 80,6 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) 1,5 Prozent höher steht. Seit Anfang Jahr hat der Titel knapp 9 Prozent verloren.

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Noch im Januar waren die Aktien klar unter Druck gekommen, weil Aussagen des Managements an einer Konferenz zu dem Kisqali-Programm als ernüchternd eingeschätzt worden waren. Seinerzeit wurde die Studie nach einer ersten Zwischenanalyse weiter fortgesetzt.

Analysten reagieren einheitlich positiv

Auf die positiven Produktnews fallen die Reaktionen am Markt schon fast euphorisch aus, was sich auch im starken Kursplus widerspiegelt: "Sieg für Kisqali", titelt etwa der zuständige Jefferies-Analyst. Er sehe eine "signifikante" 6-Milliarden-Dollar Chance für das Unternehmen, mit einem Aufwärtspotenzial von mindestens 2 bis 4 Prozent für die aktuellen EPS-Schätzungen. Ein weiterer Experte hebt hervor, dass der Markt nicht vor dem vierten Quartal mit Daten aus der Studie gerechnet habe.

Die Empfehlung, die Studie nun vorzeitig zu beenden, "ist eine sehr gute Nachricht für Kisqali", so der Kommentar. So habe die Novartis-Therapie bereits erhebliche Anteile von Konkurrent Pfizer mit seinem Ibrance im Bereich der Metastasenbehandlung gewonnen. Mit den nun vorgelegten Daten dürfte Kisqali künftig auch mit Eli Lillys Verzenio konkurrieren, da es über ein vergleichsweise angenehmeres Nebenwirkungsprofil verfüge, so der Experte weiter.

Vontobel wiederum erhöht das Kursziel bei einem "Buy"-Rating von 92 auf 94 Franken, was ein Aufwärtspotenzial von knapp 17 Prozent impliziert. Die von Bloomberg befragten Analysten sehen den Titel im Schnitt um 11 Prozent höher.

Die positiven Topline-Ergebnisse stellen laut Vontobel-Analyst Stefan Schneider einen wichtigen Meilenstein in Novartis Bestreben dar, den Nutzen von Kisqali auf Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium auszuweiten. Die Stärke der Daten werde durch die frühzeitige Beendigung der Studie bei einer Zwischenauswertung deutlich.

Bei Oddo stimmt der zuständige Analyst ebenfalls in die euphorische Stimmungslage ein: Immerhin könne Novartis mit diesen Daten den Markt für Kisqali erheblich erweitern, "da mehr als 80 Prozent der Patientinnen mit HR+/HER2-Brustkrebs in einem frühen Stadium diagnostiziert werden".

(AWP/cash)