Die Chips der neuen Plattform namens «Vera Rubin» befinden sich Nvidia-Managern zufolge bereits in den Laboren des Unternehmens und ​werden von KI-Firmen getestet. Diese könne die fünffache Leistung bei KI-Anwendungen wie ‌Chatbots liefern, sagte Firmenchef Jensen Huang am Montag auf der ‌Technologiemesse CES in Las Vegas. Mit der neuen Plattform reagiert Nvidia auf den zunehmenden Wettbewerb durch Wettbewerber wie AMD und eigene Grosskunden wie Google, die ebenfalls an eigenen KI-Chips arbeiten.

Die «Vera Rubin»-Plattform, die aus sechs separaten Nvidia-Chips besteht, soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ein Flaggschiff-Server soll 72 der Grafikprozessoren und 36 der neuen Zentralprozessoren des Unternehmens ⁠enthalten. Um die Leistungssteigerung zu erzielen, nutzen die «Rubin»-Chips Huang zufolge ein von Nvidia entwickeltes Datenformat. «Auf diese Weise konnten wir eine so gigantische Leistungssteigerung erzielen, obwohl wir nur die 1,6-fache Anzahl an Transistoren haben», sagte Huang. Die Effizienz bei der Erzeugung sogenannter «Token», ​der Grundeinheit von KI-Systemen, könne um das Zehnfache verbessert werden. Zudem soll eine neue Speichertechnologie ‌namens «Context Memory Storage» Chatbots helfen, bei langen Unterhaltungen schnellere Antworten zu ‍geben.

Zu den ersten Abnehmern der neuen «Vera Rubin»-Systeme soll der Cloud-Anbieter CoreWeave gehören. Nvidia erwartet zudem, dass auch Microsoft, Oracle, Amazon und Google die Technologie ​einsetzen werden. Huang stellte zudem eine neue Generation von Netzwerk-Switches vor, die mit Konkurrenzprodukten von Broadcom und Cisco konkurrieren. Nvidia hat zudem kürzlich Mitarbeiter und Technologie des Start-ups Groq übernommen. Huang sagte, dies werde das Kerngeschäft nicht beeinträchtigen, könne aber zu neuen ‌Produkten führen.

Huang kündigte zudem eine neue Software für selbstfahrende Autos an. ⁠Diese solle samt der zugehörigen Trainingsdaten als Open Source veröffentlicht werden. «Wir ‌stellen nicht nur die Modelle als Open Source zur Verfügung, sondern auch die Daten, die wir zum Trainieren dieser Modelle verwenden, denn nur so kann ‍man wirklich darauf vertrauen, wie die Modelle zustande gekommen sind», sagte Huang.

Gleichzeitig will Nvidia zeigen, dass seine neuesten Produkte ältere Chips wie den H200 übertreffen können. US-Präsident Donald Trump hat den Verkauf dieser ​Chips nach China erlaubt. Der H200, der Vorgänger des aktuellen «Blackwell»-Chips, ist in China ‍stark nachgefragt, was bei politischen Beobachtern in den USA für Beunruhigung gesorgt hat. Finanzchefin Colette Kress sagte, Nvidia habe Lizenzen für den Export der Chips nach China beantragt, warte aber noch auf die Genehmigungen der US-Regierung und anderer Behörden.

(Reuters)