Nvidia legt am Mittwoch die neusten Quartalsergebnisse vor für den Zeitraum von November bis Januar. «Es dürfte nicht reichen, nur die Erwartungen zu übertreffen - der Teufel wird im Detail liegen», kommentierte ein Händler.
Um die Investoren zufriedenzustellen, muss Nvidia voraussichtlich erneut einen Blockbuster-Bericht vorlegen. Das bedeutet, die Prognosen von vor drei Monaten deutlich zu übertreffen und neue Ziele auszugeben, die über den aktuellen Schätzungen der Wall Street liegen. Das Unternehmen hat dies wiederholt geschafft, doch es sind Bedenken aufgekommen, dass der KI-Ausgabenrausch nicht nachhaltig sein könnte.
Nvidia ist der dominierende Anbieter von Prozessoren, die zur Entwicklung und zum Betrieb von KI-Modellen eingesetzt werden, und gilt damit als wichtigster Gradmesser der KI-Wirtschaft. Vorstandsvorsitzender Jensen Huang hat Investoren bei öffentlichen Auftritten versichert, dass die Nachfrage weiterhin hoch sei und Kunden wie Meta und Alphabet ihre Ausgabenpläne noch aggressiver gestaltet hätten.
Investoren werden ausserdem nach zusätzlichen Möglichkeiten Ausschau halten, wie Nvidia sein Wachstum weiter beschleunigen kann. Dazu könnte auch eine stärkere Expansion nach China gehören, wo US-Exportbeschränkungen – sowie Gegenmassnahmen aus China – die Verkäufe bislang eingeschränkt haben.
Starke Nerven gefragt
Für das vierte Quartal wird bei Nvidia laut Bloomberg-Konsens ein Gesamtumsatz von rund 65,91 Milliarden Dollar erwartet. Davon entfallen die Mehrheit auf das Rechenzentrumsgeschäft (60,36 Milliarden Dollar) und den Bereich Compute (51,61 Milliarden Dollar).
Der BNP-Paribas-Analyst David O’Connor prognostiziert in einer Mitteilung, dass das Unternehmen die Umsatzschätzungen für das vierte Quartal gar um 1 Milliarde Dollar übertreffen könnte. Chris Caso von Wolfe Research erachtet 2 bis 3 Milliarden Dollar als realistisch.
Die bereinigte Bruttomarge wird auf etwa 75 Prozent geschätzt, die bereinigten Betriebsausgaben liegen bei rund 4,96 Milliarden Dollar, was zu einem Betriebsergebnis von ungefähr 44,56 Milliarden Dollar führen dürfte. Der geschätzte Gewinn je Aktie (EPS) liegt bei 1,53 Dollar.
In jedem Fall benötigen Nvidia-Anleger an Tagen der Ergebnispublikationen starke Nerven. Der Optionsmarkt erwartet - im positiven wie auch im negativen Fall - eine Bewegung von rund sechs Prozent, während sich die Aktie charttechnisch in einer entscheidenden Range zwischen 169 und 195 Dollar befindet.
(Bloomberg/cash/AWP)
