Der Finanzinvestor Partners Group rechnet trotz einer Welle von Rückgabewünschen bei einem offenen Private-Equity-Fonds weiterhin mit einem soliden Wachstum des verwalteten Vermögens. Das Schweizer Unternehmen bestätigte am Donnerstag seine Prognose für die Neugelder im Gesamtjahr 2026 von 26 bis 32 Milliarden Dollar.
Bei den sogenannten Evergreen-Produkten, die im Gegensatz zu klassischen geschlossenen Private-Equity-Fonds regelmässige Rückgaben ermöglichen, erwarte das Unternehmen für das erste Halbjahr 2026, dass die Neugelder die Abflüsse übersteigen. Für das zweite Halbjahr 2026 rechne das Unternehmen jedoch damit, dass das Wachstum des verwalteten Vermögens durch die Entwicklungen bei den Evergreen-Fonds um ein bis zwei Prozent gebremst werden könnte. Ein ähnlicher Effekt werde für das Gesamtjahr 2027 erwartet.
Am Vortag hatte Partners Group die Rücknahme von Anteilen beim 8,6 Milliarden Dollar schweren «Partners Group Global Value Sicav»-Fonds begrenzt. Dies löste bei der eigenen Aktie einen Kurssturz von 16 Prozent aus und setzte auch die Titel von europäischen und US-Konkurrenten unter Druck.
Bei dem Fonds erreichten die Rücknahmeanträge für das zweite Quartal rund 9,8 Prozent des Fondswertes. Da der Fonds eine vertragliche Liquiditätsgrenze von fünf Prozent pro Quartal vorsehe, werde diese nun angewendet, um die Auszahlungen zu begrenzen. Bei einem in den USA aufgelegten Vehikel lägen die Rückgabewünsche mit rund sechs Prozent ebenfalls über der Fünf-Prozent-Schwelle.
Für drei weitere Fonds, in die vor allem institutionelle Anleger insgesamt 9,7 Milliarden Dollar investiert haben, erwartet Partners Group im zweiten Quartal Rückgaben zwischen 3,5 und fünf Prozent. Rund 80 Prozent des verwalteten Vermögens von Partners Group stammen von institutionellen Investoren, während 20 Prozent auf Privatkunden entfallen. Partners Group verwaltet insgesamt rund 185 Milliarden Dollar.
Die Liquiditätsbeschränkungen dienten dem Schutz langfristig orientierter Anleger, erklärte Partners Group-Chef David Layton in der Mitteilung. Dadurch werde sichergestellt, dass die Renditen von der Qualität der Private-Market-Anlagen und nicht von kurzfristigen Mittelflüssen bestimmt würden.
«Wir verfügen über ein starkes Portfolio an qualitativ hochwertigen Unternehmen, bei denen derzeit bedeutende Massnahmen zur Wertsteigerung umgesetzt werden und die ein erhebliches Aufwärtspotenzial bieten», so Layton weiter. «Wir gehen davon aus, dass die Gelegenheiten für unseren transformativen Investitionsansatz in der kommenden Zeit zu überzeugenden Anlageergebnissen führen werden.»
Partners Group eröffne ab Freitag (5. Juni) ein zusätzliches Zeitfenster, in dem Mitarbeiter eigene Aktien erwerben können.
(Reuters)

