«Es gibt bei Partners Group überhaupt kein Problem, weder mit Private Credit, Software oder Künstlicher Intelligenz.» Diesen Satz soll Marcel Erni, Mitgründer der Partners Group, an einem Investoren-Treffen oft wiederholt haben, berichtet die Zürcher Kantonalbank am Freitag. Sie hatte das Investoren-Treffen vom Donnerstag organisiert.

Erni vermute eine PR-Aktion von Hedge-Fonds hinter den negativen Medien-Berichten zum in Baar ansässigen Privatmarktspezialisten. Er habe auch sein Unverständnis über den derzeitigen Aktienkurs kundgetan. Dieser steht momentan bei 830 Franken und damit so tief wie seit Juni 2023 nicht mehr. Auch am Freitag verzeichnen die Valoren Verluste - sie fallen im frühen Handel um 0,22 Prozent.

Im Februar 2025 bezahlte man noch mehr als 1400 Franken je Anteilsschein. Seither befindet sich die Partners Group auf Börsentalfahrt. Diese hatte sich unter anderem durch den Zollkonflikt, der im April 2025 hochkochte, beschleunigt. Vom damaligen Kurssturz hatte sich die Aktie nie vollständig erholt. Im Februar dieses Jahres geriet die Partners Group in den Sog von Problemen der Investmentgesellschaft Blue Owl. Sie hatte bei einem «Private Credit»-Fund, in welchem hauptsächlich Privatanleger engagiert sind, die Rücknahmen ausgesetzt. Ferner wurde bekannt, dass Blue Owl eine sogenannte «Credit Loan Obligation» an eine nahestehende Firma verkauft hatte. Das kam am Markt nicht gut an, weil die Transparenz bei dieser Transaktion von Experten als mangelhaft eingeschätzt wurde. 

Erni verneint nun, dass es im Private-Credit-Bereich Probleme für die von ihm mitgegründete Finanzgesellschaft gebe. Das Private-Credit-Produkt der Partners Group sei - anders als bei anderen Gesellschaften wie Blue Owl - einfach und konservativ.

Die Zürcher Kantonalbank erachtet die Partners-Group-Aktie nun als deutlich unterbewertet, zumal sie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,5 aufweise, eine Dividendenrendite von 6 Prozent abwerfe und das Unternehmen in den nächsten Jahren markant wachse. 

«Wir glauben, Partners Group wurde ungerechtfertigterweise in einen Topf mit anderen Private Markets-Firmen geworfen», lautet das Fazit der ZKB-Analysten. Sie sehen «grosses» Kurssteigerungspotenzial und stufen den Privatmarktspezialisten weiterhin mit «Übergewichten» ein.

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