Der US-Zahlungsdienstleister PayPal baut seine Konzernstruktur um und gliedert seine Bezahl-App Venmo in einen eigenständigen ‌Geschäftsbereich ⁠aus. Neben Venmo werde das Geschäft künftig in zwei weitere Einheiten ⁠aufgeteilt: eine für Privat- und Händlerkunden sowie eine für Zahlungsdienste, in der unter anderem ‌die Braintree-Sparte und das Krypto-Geschäft gebündelt seien, teilte ‌das Unternehmen am Mittwoch ​mit. Um das Wachstum zu beschleunigen und das volle Potenzial auszuschöpfen, müsse sich der Konzern wieder auf seine Kernkompetenzen besinnen, erklärte der neue Firmenchef Enrique Lores. Weitere Details zur Neuaufstellung will PayPal bei der ‌Vorlage der Quartalszahlen in der kommenden Woche nennen.

Der Sender CNBC hatte berichtet, dass die Ausgliederung von Venmo die Steuerung der Sparte verbessern ​oder einen möglichen Verkauf erleichtern solle. Die PayPal-Aktie schloss ​am Mittwoch 2,6 Prozent im Plus, ​hat im bisherigen Jahresverlauf aber rund 12,7 Prozent an Wert verloren.

Der Umbau folgt ‌auf einen Medienbericht vor einigen Monaten, wonach der Konkurrent Stripe eine Übernahme von PayPal oder Teilen des Unternehmens erwäge. Analysten halten den Verkauf einzelner ​Sparten ​aufgrund der Grösse von ⁠PayPal für wahrscheinlicher als eine Komplettübernahme. Der Konzern ​steht in seinem Kerngeschäft ⁠unter wachsendem Wettbewerbsdruck durch Technologie-Riesen wie Apple und Google sowie neue ‌Fintechs. Zuletzt hatte PayPal mit einer Gewinnprognose für 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich verfehlt. Im März hatte ‌das Unternehmen seinen Chef Alex Chriss entlassen ​und durch Lores ersetzt. 

(Reuters)