Die Papiere von Rheinmetall gaben vorbörslich nach, drehten am Dienstagmorgen aber wieder ins Plus und notierten bei 1400 Euro. Händler vermuteten, dass die Anleger den günstigen Kurs für Zukäufe nutzten. Für das zweite Quartal setzen die Düsseldorfer zudem auf deutliches Wachstum. Zugleich bestätigen sie ihre Jahresziele.
Im ersten Quartal hinkte die Rüstungsschmiede hinter dem Wachstumstempo des vergangenen Jahres und den Expertenerwartungen her. Der Umsatz stieg von Januar bis März zwar um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Montagabend in Düsseldorf mitgeteilt hatte. Analysten hatten aber im Schnitt mit 2,3 Milliarden Euro gerechnet. Das operative Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro. Daraus ergibt sich - wie von Analysten erwartet - eine Umsatzrendite von 11,6 (Vorjahr: 10,5) Prozent.
Konzern-Chef Armin Papperger hofft nun auf eine Aufholjagd im laufenden zweiten Quartal und hält an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest. Im zweiten Quartal werde sich das Umsatzwachstum deutlich beschleunigen, weil in der Sparte «Waffe und Munition» nach der Aufnahme der Produktion im spanischen Murcia höhere Auslieferungen zu erwarten seien und die Bundeswehr bereits vorproduzierte Militär-Lastwagen dann abnehmen werde, teilte das Unternehmen mit. Unter dem Strich werde Rheinmetall im ersten Halbjahr einen «ähnlichen Wachstumspfad» wie im Vorjahr einschlagen, als der Umsatz um 37 Prozent nach oben schnellte. Für das Gesamtjahr bleibe es dabei, dass der Umsatz um 40 bis 45 Prozent wachsen soll, bei einer operativen Umsatzrendite von rund 19 Prozent. Rheinmetall sitzt nach eigenen Angaben auf Aufträgen über 73 Milliarden Euro, das sind 31 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Grosse Auftragseingänge für Kampffahrzeuge erwartet der Konzern etwa aus Italien und Rumänien. Die vollständigen Quartalszahlen will Rheinmetall am Donnerstag veröffentlichen.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wird die westliche Rüstungsindustrie für die Stärkung der Streitkräfte gebraucht. Munition und Raketen werden aber auch angesichts des Iran-Kriegs dringend benötigt. Die Distanzierung der US-Regierung unter Präsident Donald Trump von der NATO und der geplante Abzug von US-Truppen aus Deutschland dürften die Nachfrage aus Europa nach Waffen und Munition ebenfalls weiter ankurbeln.
(AWP)

