Rolls-Royce hat am Samstag einen Medienbericht über einen möglichen Börsengang (IPO) seiner Sparte für kleine Atomreaktoren (SMR) zurückgewiesen. Die Zeitung «Financial Times» hatte unter Berufung auf Insider berichtet, der britische Industriekonzern erwäge einen IPO sowie andere Finanzierungsoptionen.
«Rolls-Royce SMR plant keinen Börsengang und ist auch nicht dabei, einen solchen einzuleiten», teilte die Sparte dagegen in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters mit. Im Juni war die Rolls-Royce-Tochter von der britischen Regierung mit dem Bau des ersten SMR des Landes beauftragt worden.
Die Small Modular Reactors (SMR) sollen in Fabriken vormontiert und daher schneller und günstiger gebaut werden als herkömmliche Atomkraftwerke. Von der Entwicklung der neuartigen AKWs könnte auch Siemens Energy profitieren. Der Energietechnikkonzern hatte im Februar eine Vereinbarung mit Rolls-Royce geschlossen.
Ziel ist es, alleiniger Lieferant für den nicht-nuklearen Teil des Kraftwerks zu werden, die sogenannte Turbineninsel. Dieser Bereich umfasst Dampfturbinen, Generatoren und weitere Hilfssysteme. Ein endgültiger Vertrag mit allen Details soll früheren Angaben zufolge bis Ende 2025 unterzeichnet werden.
Grossbritannien will bei der Entwicklung der SMR eng mit den USA zusammenarbeiten, wie Premierminister Keir Starmer jüngst erklärte. Die Entwicklung wird auch durch den enormen Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) vorangetrieben. KI-Konzerne wie die Alphabet-Tochter Google und Amazon suchen dringend nach zusätzlichen, CO2-freien Stromquellen und wenden sich daher der Atomenergie zu.
Die Technologie ist jedoch umstritten. Kritiker bemängeln, die Kosten seien im Vergleich zum Nutzen zu hoch. Zudem bleiben bekannte Probleme wie der Umgang mit dem radioaktiven Abfall.
(Reuters)