Nach der 14-prozentigen Performance des abgelaufenen Jahres hat der Swiss Market Index (SMI) in den ersten Tagen 2026 erneut rund 1 Prozent zugelegt. Grosse Gewinner sind dabei die Pharmawerte Novartis (plus 3,8 Prozent), Roche (plus 3,8 Prozent) und Lonza (plus 3,9 Prozent).

Roche und Novartis haben den Trend der vergangenen Monate fortgesetzt, wobei der Genussschein von Roche bei 342 Franken, dem höchsten Stand seit Mai 2022, angelangt ist. Die Aktie von Novartis ist auf ein neues Allzeithoch gestiegen: 114 Franken waren die Titel zwischenzeitlich wert. Dabei gab es keine kurstreibende News wie etwa die Studiendaten von Roche zum Brustkrebsmittel Giredestrant im Dezember.

Dafür sind die Aussichten positiv: Novartis wird zwar den Patentauslauf des Herzmittels Entresto verdauen müssen, hat aber mit Kisqali gegen Krebs und Kesimpta gegen Multiple Sklerose andere umsatz- und wachstumsstarke Medikamente am Markt. Bei Roche zählen weitere Studiendaten zu Giredestrant und Fenebrutinib (gegen Multiple Sklerose) zu den kursrelevanten Eckpunkten 2026. Und am Freitag traf ein weiteres hohes Kursziel ein. Der zuständige Analyst von Bernstein traut dem Roche-«Bon» 400 Franken zu. Damit sieht er die Titel auf ein Allzeithoch zusteuern. Laut dem Experten befindet sich die Diagnostiksparte an einen Wendepunkt und dürfte künftig mehr als die Hälfte zum Konzernwachstum beitragen.

Zugleich dürften für die beiden Schweizer Pharmagrössen der Wettbewerb hart und das weitere Umfeld politisiert bleiben. Das ist nichts Neues. Schon in den letzten Monaten hat US-Präsident Donald Trump die Branche unter Zugzwang gesetzt, unter anderem als er auf tiefere Arzneimittelpreise in den Vereinigten Staaten drängte.

Auf der Sonnenseite stand zum Jahresauftakt wiederum die Aktie der UBS. Mit einem über 3-prozentigen Plus schliesst sie an den 33-prozentigen Zuwachs des vergangenen Jahres an. Ein Augenmerk wird auf der Diskussion um verschärfte Kapitalanforderungen an die einzige global aktive Schweizer Grossbank liegen; sie können für die UBS teuer werden. Der politische Prozess hierzu ist im Gang, inzwischen gibt es auch einen Kompromissvorschlag.

Zugleich zeigen die zuletzt starken Quartalsabschlüsse, dass das Unternehmen operativ gut unterwegs ist. Die UBS bleibe «eine der qualitativ stärksten europäischen Banken mit solider Kapitalbasis, attraktiven Dividenden und laufenden Aktienrückkäufen», sagte Marc Strub, Leiter Portfolio Management der Privatbank Reichmuth & Co vor wenigen Tagen auf Anfrage cash.ch.

Logitech-Aktie unter Druck

Wenig Freude werden die Anleger hingegen an Logitech gehabt haben. Die Aktie des Computerzubehör-Herstellers hat einen 4,7-prozentigen Fehlstart hingelegt, obschon sie sich am Freitag gefangen und wieder auf die 80-Franken-Schwelle zubewegt hat. Für 2026 rechnet UBS-Experte Joern Iffert indes mit fallenden PC-Stückzahlen, was den Umsatz von Logitech belasten dürfte. Damit die Gewinne erhalten bleiben, wird das Management Kostendisziplin durchsetzen müssen.

Vertrauen - es wird die Währung sein, die für das Abschneiden von Nestlé massgebend sein wird. Nach problembehafteten Jahren wurde der Auftakt 2026 von einem Rückruf von Babynahrung überschattet. Die Aktie fiel in der ersten Handelswoche 4,8 Prozent - nach einem leichten Zuwachs im 2025. Mit de

m Blick nach vorne formulierte CEO Philipp Navratil eine im Kern einfache, in der Umsetzung aber doch anspruchsvolle Richtschnur: Es seien zwar keine grossen Sprünge zu erwarten, aber eine schrittweise Rückkehr auf den Wachstumspfad, «indem wir das liefern, was wir versprechen». Konkret heisst das: die Kommunikation verbessern, Negativmeldungen vermeiden, den Verschuldungsgrad senken, Wachstum.

Nächste Orientierungspunkte sind die Jahresabschlüsse: Roche legt die Jahresergebnisse 2025 Ende Januar vor; Anfang Februar berichtet Novartis über das Gesamtjahr, bevor Nestlé Mitte Februar den Zahlenkranz bekanntgibt. Dabei werden die Managementteams der SMI-Schwergewichte mit dem Ausblick auch über die nahe Zukunft sprechen.

Am breiten Markt: Newron top, Idorsia fällt zurück

Im Swiss Performance Index (SPI), der dieses Jahr 1,3 Prozent gestiegen ist, hat vor allem eine Aktie die Anleger überzeugt: jene von Newron. Um 30 Prozent zogen die Titel an, wobei der Aufstieg schon im letzten Sommer begonnen hatte. Getragen wird er von Fortschritten des Schizophrenie-Medikaments Evenamide. Am vergangenen Dienstag vermeldete das Unternehmen, dass das Europäische Patentamt ein zusätzliches Patent erteilt. CEO Stefan Weber wertete die Entscheidung als «Meilenstein für Newron».

Ein Tag später gab das japanische Partnerunternehmen EA Pharma den Start einer Phase-III-Studie mit Evenamide bekannt. Die Anleger goutierten die Neuigkeiten, die Newron-Valoren haben von unter 24 Franken zum Jahresende 2025 auf über 30 Franken angezogen. Für 2026 werden weitere Ergebnisse zu Evenamide erwartet - eine positive Entwicklung dürfte den Aktienkurs unterstützen. Das Risiko allerdings ist: Wie andere Biopharmaunternehmen hängt Newron stark von einem Leitwirkstoff ab.

Zu den Schnellstartern ins Börsenjahr 2026 gehört auch Montana Aerospace, das den Schwung der jüngsten Vergangenheit mitgenommen hat und zweistellige Kursgewinne erzielt hat. Die Aktie ist nun 32 Franken wert, was einem Vier-Jahres-Hoch entspricht. Dass die Anleger wiederum zugegriffen haben, ist durchaus begründbar. Montana hat sich auf die Luft- und Raumfahrt fokussiert und vom Energiesegment getrennt. Das Unternehmen unterhält Verträge mit dem Flugzeugbauer Airbus und dem US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin. Zudem hat es Ende Jahr noch den CEO-Posten frisch besetzt und einen neuen Finanzchef eingesetzt. Der Umbau des Managements folge den Schritten zu einem spezialisierten Unternehmen, hiess es.

Thomas Rühl, Anlagechef der Schwyzer Kantonalbank, sieht Montana als «Profiteur des Luftfahrtbooms»; er erwartet eine weiterhin starke Entwicklung: «Dank der Fokussierung auf Flugzeugstrukturteile konnte die Bilanzqualität deutlich verbessert werden.» Dadurch habe das Unternehmen Spielraum für strategische Akquisitionen.

Lem-Aktie weiter rückläufig

Anhaltende Hoffnungen auf Künstliche Intelligenz und drei Kurszielerhöhungen haben die Aktien des Vakuumventilenherstellers VAT beflügelt. Sie steigen im neuen Jahr 14 Prozent phasenweise über 440 Franken. Laut der Bank of America ist eine fortgesetzte Klettertour auf 506 Franken mittelfristig machbar. Dieser Stand käme dem Allzeithoch von 528 Franken nahe. Der zuständige Analyst begründet das Aufwärtspotenzial mit künftigen Marktanteilsgewinnen und einer anziehenden Halbleiterproduktion. Ein Risiko sieht er in stärkerem Wettbewerbsdruck.

Idorsia, 2025 grosse Gewinnerin am Schweizer Aktienmarkt, ist in den ersten Handelstagen des Januars zurückgefallen - die Aktien des Biopharmaunternehmens sinken um etwas über 11 Prozent. Sie hatten aber schon Ende Dezember den Rückwärtsgang eingelegt. Das überaus starke Abschneiden im abgelaufenen Jahr hat manche Anleger offenbar zu Verkäufen und Gewinnmitnahmen animiert. Das Unternehmen wird die Fortschritte der vergangenen Monate bestätigen müssen. Zuversichtlich stimmen News wie jene zu Jahresauftakt, dass das Blutdruckmittel Jeraygo in Kanada zugelassen wurde. Anhaltspunkte können Investoren auch von der diese Woche laufenden Gesundheitskonferenz von JPMorgan in San Francisco sowie der Jahresberichterstattung Ende Februar erwarten.

Wiederum nicht aus dem Tief kommt der Elektronikkomponentenhersteller LEM. Um 5 Prozent bergab ging es in den ersten Handelstagen 2026, am Freitag zogen die Valoren indes an. Sie werden zu 281 Franken gehandelt - ein Bruchteil der gut 2600 Franken, die sie im Dezember 2021 wert waren. Investoren sollten bei dieser Aktie erst einen länger anhaltenden Aufwärtstrend erkennen, bevor sie investieren.

Reto Zanettin
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