Die Börsenschwäche der Partners Group hat sich in dieser Woche verschärft. Die Aktie fällt um 8,7 Prozent auf 840 Franken, wobei es am Donnerstag in der Spitze sogar auf 826 hinunter ging. Das war der tiefste Stand seit Ende März und entspricht einem 30-Tage-Tief. Seit dem Zwischenhoch von Anfang 2025 bei gut 1400 Franken sind die Valoren des Privatmarktspezialisten um 40 Prozent gesunken.
Die um den Erst-Mai-Feiertag verkürzte Handelswoche ist generellen überwiegend schwach gewesen. Der Swiss Markt Index (SMI) hat um 1,3 Prozent nachgegeben. Auch die Titel von Alcon (minus 3,5 Prozent), Richemont (minus 3,5 Prozent) sowie Swiss Re (minus 2,9 Prozent) und Swiss Life (minus 2,9 Prozent) büssten an Boden ein. Obenaus geschwungen haben die Valoren der Grossbank UBS, die sich insbesondere aufgrund der Jahreszahlen um 3,3 Prozent verbesserten.
Der überdurchschnittlich heftige Kursverfall der Partners Group geht wesentlich auf am Mittwoch bekannt gewordene Vorwürfe des Short Sellers Grizzly Research zurück. Dieser äusserte sich kritisch zu mutmasslich unangemessenen Bewertungsaufschlägen bei manchen Partners-Group-Fonds. «Wir schätzen, dass fast 40 Prozent der Investitionen der Evergreen-Fonds stark falsch bewertet sein könnten», schrieb Grizzly Research in seinem Report.
Das in Baar ansässige Unternehmen verteidigte sich: Unabhängige Unternehmen würden Monat für Monat Fair-Value-Bewertungen abgeben oder solche Fair-Value-Bewertungen bestätigen - zusätzlich zu den ordentlichen Prüfungen durch die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC).
Die Stellungnahme hat den Markt nicht beruhigt. Die Aktie fiel am Mittwoch weiter und setzte ihren Sinkflug am Donnerstagvormittag fort.
Nichts Entscheidendes gegen den Kursverfall ausgerichtet haben auch zwei grössere Management-Transaktionen bei der Partners Group. Mitglieder der Geschäftsleitung haben in den letzten Tagen zwei Aktienpakete im Wert von je rund 1,1 Millionen Franken gekauft, wie aus Meldungen der Börsenaufsicht vom Dienstag und Mittwoch hervorgeht. Solche Käufe bewegen den Aktienkurs zwar nicht direkt, können den Marktteilnehmern aber ein Zeichen der Zuversicht senden.
Solchen Optimismus kann man aber auch aufgrund von Analysten-Einschätzungen haben. «Wir halten den Rückgang der Partners-Group-Aktie für übertrieben und sehen den Fair Value bei 1’300 Franken», notierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB) Mitte April. Sie sah wohl, dass es in der Privatmarktindustrie gewisse Herausforderungen gibt. Die Produkte der Partners Group seien aber sehr defensiv aufgestellt. Das Rating der ZKB für die Partners Group lautet «Übergewichten».
Dass der Privatmarktsektor auf einer Bewährungsprobe steht, hat mehrere Gründe, wie die Bank Vontobel schreibt: Steigende Ausfallraten, eine durch Künstliche Intelligenz angetriebene Neubewertung des Softwaresektors sowie eine Reihe von Rücknahmeanträgen von Anlegern, die in Kreditfonds investiert haben. Etwa sei die «Kombination aus illiquiden Anlagen und zunehmend ungeduldigen Privatanlegern» ein Risiko.
Gegenüber solchen Risiken sei die Partners Group aber nur wenig exponiert. Der zuständige Analyst der Bank Vontobel, Andreas Venditti, ging in seiner Notiz von Mitte April davon aus, dass die Anleger zusehends zwischen langfristigen Gewinnern und Verlierern an den Privatmärkten unterscheiden werden. «Wir erwarten, dass PG zu den langfristigen Gewinnern gehört», so Venditti.

