Keine Aktie des Swiss Performance Index (SPI) hat in der abgelaufenen Woche so schlecht abgeschnitten wie die Titel des Uhrenkonzerns Swatch: Diese fielen um 16,3 Prozent auf 171,85 Franken und somit auf den tiefsten Stand seit Ende März. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt gab in den zurückliegenden fünf Handelstagen 0,6 Prozent nach, wobei einzelne Aktien wie Centiel (plus 20,5 Prozent) und Bossard (plus 10,5 Prozent) obenaus geschwungen haben.

Auslöser des rapiden Kursverfalls bei Swatch war der Halbjahresbericht, den das Management um CEO Nick Hayek am Dienstag veröffentlichte. Der operative Gewinn (Ebit) sank von 68 Millionen Franken im ersten Semester 2025 auf 52 Millionen Franken. Analysten hatten einen Vorsteuergewinn von 126 Millionen Franken vorausgesagt. Damit verfehlte der Uhrenkonzern die Erwartungen um knapp 59 Prozent. Auch die Ebit-Marge und der Reingewinn blieben markant hinter den prognostizierten Werten zurück. Positiv überrascht hat hingegen der Nettoumsatz. Er lag 2 Prozent höher als erwartet worden war.

Beim Umsatz sei das positive Momentum der zweiten Jahreshälfte 2025 im ersten Semester 2026 fortgesetzt beziehungsweise gesteigert worden, hielt Gian Marco Werro, zuständiger Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB) fest. «Gleichzeitig bleibt der hohe, beibehaltene operative Kostenblock eine grosse Hürde für die kurzfristige Profitabilität», führte der Experte aus, der das Uhrenunternehmen aus Biel mit «Marktgewichten» einstuft.

Von anhaltender Skepsis sind die Einschätzungen der UBS-Luxusgüteranalystin Zuzanna Pusz geprägt. Sie hatte am Mittwoch nach dem Halbjahresbericht das «Sell»-Rating bestätigt und das Kursziel um weitere zwei Franken tiefer als bisher festgelegt. Es steht nun bei 90 Franken und deutet einen Kursverlust von 48 Prozent gegenüber der Schlussnotiz vom Donnerstag an. So pessimistisch wie Pusz ist niemand der bei Bloomberg verzeichneten Expertinnen und Experten. 

Die UBS-Analystin hatte Swatch im September 2024 von «Neutral» auf «Sell» herabgestuft und das Preisziel daraufhin auf bis zu 71 Franken gesenkt. Anschliessend ging sie nie mehr über die Marke von 95 Franken, die sie zwischen Ende März und Anfang Juli vertreten und dann schrittweise wieder zurückgenommen hatte.

Derweil blickt das Gros der Analysten verhalten in die mittelfristige Zukunft. Das Durchschnittspreisziel liegt bei 169,32 Franken, was weniger als der Stand vom Freitagmittag ist. 13 «Hold»-Ratings überwiegen zwei Kauf- und zehn Verkaufsempfehlungen. Gemessen daran ist Swatch vorderhand eine Aktie, die man behalten kann, wenn man sie schon gekauft hat - und so unter anderem einen 70-prozentigen Kursanstieg von 130 Franken im Sommer 2025 auf über 220 Franken im letzten Juni mitgemacht hat.

Abgelesen an den Analystenkommentaren sind nun eine offenere Kommunikation vonseiten des Konzerns, eine weitergehende Umsatzdynamik sowie eine klare Verbesserung der Profitabilität notwendig, damit das Vertrauen der Investoren nach dem Abverkauf dieser Woche längerfristig zurückkehrt und sich festigen kann. Dass es in diese Richtung gehen mag, sagte das Management diese Woche an, als es angesichts der Umsatzentwicklung der vergangenen Monate eine deutliche Zunahme der Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht stellte.

Reto Zanettin
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