Am Schweizer Aktienmarkt kommen die Tech-Werte am Dienstag einmal mehr unter die Räder und werden somit in Sippenhaft für enttäuschende Zahlen von US-Unternehmen genommen. Diesmal patzte Apple nachbörslich mit seinem Zahlenwerk, nachdem in der Vorwoche insbesondere Intel massiv abgestraft wurden. Am Abend dürften dann die Quartalszahlen von AMD erneut für Wirbel sorgen.

Gegen 10.10 Uhr geben die hiesigen Branchenvertreter teils deutlich nach. So verlieren Logitech im SMI 1,4 Prozent auf 77,40 Franken, VAT geben um 2,9 Prozent auf 548,40 Franken nach. AMS Osram (-5,0 Prozent), Inficon (-3,7 Prozent) und Comet (-2,6 Prozent) sind ebenfalls schwach. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI verliert derweil 0,3 Prozent.

Der iPhone-Konzern enttäuschte die Börse insbesondere mit seinem Ausblick auf das lukrative Weihnachtsquartal. Offenbar bekommt Apple wie auch andere Branchengrössen die explosiv wachsenden Speicherchippreise zu spüren. Zudem kommen nur zwei teure Geräte vor Weihnachten neu auf den Markt und dabei gibt es beim aufklappbaren iPhone Duo auch noch Lieferengpässe.

Erst vor zwei Wochen hatte Logitech ebenfalls die Quittung für einen schwach aufgenommenen Ausblick auf das wichtige letzte Jahresviertel bekommen und seither rund 16 Prozent verloren. Bei Inficon oder Comet hatten zwar die Zahlen für teils fulminante Kursgewinne gesorgt, die allgemeine Sektorschwäche hat diese mittlerweile aber auch wieder aufgefressen.

Neben der Talfahrt von Intel in der Vorwoche waren auch die Zahlen der Google-Mutter Alphabet, dem Facebook-Konzern Meta oder Amazon mit Skepsis aufgenommen worden. «Das KI-Rennen wird für die grossen Tech-Unternehmen immer teurer», so der Tenor am Markt. Denn die Unternehmen investieren massiv in den KI-Ausbau und lancieren dafür Anleihen in Milliardenhöhe - wofür die Finanzierungskosten auch angesichts wohl weiter steigender Leitzinsen nicht günstiger werden dürften.

(AWP)