Die Aktien von Partners Group sind weiter unter Druck. Am Montag fallen sie nach Handelseröffnung 0,6 Prozent auf 677 Franken, nachdem sie schon am Freitag  2,7 Prozent tiefer aus dem Handel gingen. Die Titel handeln derzeit auf dem tiefsten Stand seit Anfang April 2020.

Die Partners-Group-Aktie hat innert zwölf Monaten fast die Hälfte ihres Werts verloren. Das entspricht einem Börsenwertverlust von rund 20 Milliarden Franken.

Die meisten Analysten sehen den heftigen Kursrutsch der Aktien als übertrieben an. Entsprechend halten viele Experten trotz recht deutlich gestutzter Kursziele an ihren Empfehlungen fest. 

So auch Goldman Sachs. Die US-Bank senkte am Montag das Kursziel für Partners Group auf 860 von 960 Franken. Die Einstufung lautet weiterhin «Neutral». Mehrere Entwicklungen deuteten auf eine Abschwächung des Wachstums bei den Evergreen-Fonds hin, schreibt Analyst Oliver Carruthers. Hohe Rücknahmeanträge, schwächere Performance gegenüber Wettbewerbern und sinkende Wachstumsaussichten würden das Vertrauen der Investoren belasten.

Auch wirke die Unsicherheit nach einem Shortseller-Bericht im April weiter nach, so der Expete weiter. Anleger würden sich zunehmend fragen, ob die Probleme nur konjunktureller oder struktureller Natur sind.

Die Turbulenzen bei den Privatmarkt-Anbietern sind somit auch bei Partners Group offensichtlich bisher nicht vorbei. Händler verwiesen auf «Spillover»-Effekte aus den Private-Credit-Märkten auf Partners Group. Weitere Marktbeobachter verwiesen zudem auf das vorläufige Ende der Niedrigzinsphase: Gepaart mit der konjunkturellen Schwäche und mit der hohen geopolitischen Unsicherheit sei der Private-Equity-Sektor entsprechend massiv unter Druck.

Allein Anfang Juni war der Kurs zeitweise um mehr als 16 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen bei mehreren offenen Fonds wegen Geldabflüssen weitere Rücknahmen begrenzt hatte. Zuvor hatte ein Bericht des Shortsellers Grizzly Research Zweifel an den Bewertungen einzelner Vermögenswerte geweckt. Den Bericht des Shortsellers wies Partners Group zurück.

Die Aktien der Partners Group gehören derzeit offenbar zu den am meisten leerverkauften Schweizer Aktien. Die leerverkauften Titel machen demnach im Verhältnis zur Gesamtzahl ausstehender Titel 8 Prozent aus, berichtete die «Finanz und Wirtschaft» vor einer Woche. Dies sei ein Anstieg von mehr als 28 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

(cash/AWP)