Die Aktien des weltweit zweitgrössten Speicherchip-Herstellers stiegen am Montag in Seoul um bis ‌zu ⁠6,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 2,945 Millionen Won (1673 Euro). Damit erreichte der Konzern eine Marktkapitalisierung von ⁠umgerechnet 1,184 Billionen Euro. Der Börsenwert des bisherigen Spitzenreiters Samsung lag bei etwa 1,159 Billionen Euro. Der US-Konkurrent Micron kam ‌zuletzt auf rund 1,116 Billionen Dollar.

Hynix ist einer der Profiteure des ‌aktuellen KI-Booms. Das Unternehmen ist der weltweit führende ​Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory). Diese können Daten besonders schnell speichern und wieder ausgeben. Bei diesen Hochleistungschips beherrscht Hynix etwa 61 Prozent des Weltmarktes. Samsung und Micron kommen auf 17 beziehungsweise 21 Prozent.

Zudem haben sich wegen der rasant gestiegenen Nachfrage die Preise sowohl für HBM- als auch klassische ‌Speicher in den vergangenen Monaten vervielfacht. Dies treibt die Gewinne von Hynix von einem Rekordhoch zum nächsten. Innerhalb der kommenden fünf Jahre will der Konzern seine Produktion verdoppeln.

Im Jahr 2002 stand Hynix kurz vor ​dem Verkauf an Micron, nachdem das Unternehmen durch eine aggressive Expansionsstrategie hohe ​Schulden angehäuft hatte. Anschliessend fiel der Aktienkurs zeitweise auf bis ​zu 135 Won. In den darauffolgenden Jahrzehnten folgte das Geschäft dem Auf und Ab der Speicherchip-Konjunktur.

Der bislang letzte Branchenabschwung 2023 ‌brockte Hynix einen operativen Jahresverlust von umgerechnet 4,4 Milliarden Euro ein. Die massiven Investitionen von Technologiekonzernen wie Microsoft oder Google in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) verhalfen dem Speicherchip-Hersteller im Jahr darauf zu einem Rekordergebnis von ​13,36 ​Milliarden Euro.

Experten zufolge ist die Entscheidung von ⁠Hynix, sich auf die Entwicklung von HBM-Speichern zu konzentrieren, der Schlüssel ​zum aktuellen Erfolg. Diese ⁠Halbleiter sind speziell auf die jeweiligen KI-Prozessoren, mit denen sie kombiniert werden, zugeschnitten. Die enge technische ‌Verzahnung erschwert den Wechsel zu einem anderen Speicherchip-Anbieter.

«Früher spielte es keine Rolle, ob der Speicher von Hynix, Samsung oder Micron stammte», erläutert Chey Tae-won, der Verwaltungsratsvorsitzende des Hynix-Mutterkonzerns SK ‌Group, in einem Buch. «HBM ist anders. Wenn der HBM von SK Hynix ​durch ein anderes Produkt ersetzt wird, funktioniert das KI-System möglicherweise nicht mehr richtig. Was früher eine Randkomponente war, ist mittlerweile zu einem integralen Bestandteil geworden.»

(Reuters)