Das Emissionsvolumen werde voraussichtlich bei 28 Milliarden Dollar liegen, ‌hiess ⁠es in einer am Montag veröffentlichten Pflichtmitteilung von SK Hynix. Dies wäre ⁠die grösste Emission sogenannter American Depositary Receipts (ADRs) der Geschichte und nach SpaceX der zweitgrösste Börsengang überhaupt.

An der ‌US-Technologiebörse Nasdaq sollen den Angaben zufolge 179,9 Millionen ‌Hynix-ADRs notiert werden. Dabei stehen jeweils zehn ​dieser Hinterlegungsscheine für eine unlängst ausgegebene Aktie des Unternehmens. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fliessen. Bei diesem Börsengang gehe es aber nicht allein darum, Kapital aufzunehmen, betonte Dave Mazza, der Chef des Vermögensverwalters ‌Roundhill. «SK Hynix ist eines der weltweit bedeutendsten Unternehmen, an dem die meisten US-Investoren nicht ohne Weiteres Anteile halten konnten.» Mit der Zweitnotiz an der Wall ​Street falle diese Hürde weg.

SK Hynix ist der führende Anbieter ​sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem ​Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Der Bauboom in ‌diesem Bereich führt zu Lieferengpässen bei HBM- und traditionellen Halbleitern. Durch die Preisexplosion verbuchen Hynix sowie die Wettbewerber Samsung und Micron ein Rekordquartal nach dem anderen.

Vor ​wenigen ​Wochen hatte Hynix Samsung als wertvollstes börsennotiertes ⁠Unternehmen Südkoreas abgelöst. Dabei drohte dem Unternehmen vor ​einem knappen Vierteljahrhundert ⁠der Verkauf an den US-Rivalen Micron. Hohe Schulden durch eine aggressive Expansionsstrategie hatten ‌Hynix in Schieflage gebracht. Inzwischen stehen Hynix und Samsung im Mittelpunkt einer Regierungsinitiative, die mit Investitionen von umgerechnet mehreren Hundert Milliarden Euro ‌Südkoreas weltweite Spitzenstellung bei Chip-Exporten sichern soll.

(Reuters)