SMI dreht in die Verlustzone ab - Banken belasten

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag nach einem kaum veränderten Handelsstart in die Verlustzone zurückgefallen. Grund dafür sind in erster Linie die Kursverluste bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse.
23.12.2016 12:47
Die Aktien der CS geben am Freitag nach.
Die Aktien der CS geben am Freitag nach.
Bild: cash

Vor allem letztere ist nach erzielter Einigung im US-Hypothekenstreit starken Bewegungen ausgesetzt. Ansonsten läuft der Handel an den internationalen Finanzmärkten am Tag vor dem verlängerten Weihnachtswochenende in ruhigen Bahnen. Viele Marktteilnehmer hätten ihre Bücher bereits geschlossen, so ein Händler.

Die Anleger richteten daher den Blick bereits auf das neue Börsenjahr 2017. Trotz politischer Unsicherheiten mit den in der Eurozone anstehenden Wahlen sei die Stimmung von Optimismus geprägt und der Start ins neue Jahr dürfte freundlich verlaufen, heisst es weiter. Am Berichtstag dürften US-Konjunkturdaten in der zweiten Hälfte nur wenig Beachtung finden. Auf dem Programm stehen Angaben zum US-Immobilienmarkt und zum Konsumentenvertrauen der Uni Michigan.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst bis um 12 Uhr 0,24% auf 8'218,11 Punkte ein. Auf Wochensicht errechnet sich damit ein kleines Minus von 0,12%, auf Jahresvergleich ein solches von 6,8%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt zum Berichtszeitpunkt um 0,23% auf 1'298,40 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,21% auf 8'947,64 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen derzeit elf im Plus, 16 im Minus und drei notieren unverändert.

CS unter Druck

Credit Suisse verlieren nach starkem Beginn mittlerweile 0,8%. Die Grossbank hat sich im Hypothekenstreit mit den US-Behörden auf eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Mrd USD und auf Entschädigungen an Kunden im Umfang von 2,8 Mrd geeinigt. Letztere muss die Bank über einen Zeitraum von fünf Jahren leisten und für den Hypothekarfall wurde im vierten Quartal eine zusätzliche Rückstellung von 2 Mrd verbucht. In ersten Kommentaren ist von einer zwar teuren Einigung die Rede, die aber bezahlbar sei. Zudem wird die wegfallende Unsicherheit begrüsst.

UBS haben im Handelsverlauf ebenfalls stark nachgegeben und verbilligen sich um 1,3%. Die Titel der beiden Grossbanken gehören mit year-to-date-Abgaben von über 26% (CS) und rund 18% mit zu den grössten Jahresverlierern bei den Blue Chips.

Die Verliereraktien zählen zum Jahresende hin jeweils zu den ungebetenen Gästen in den Portfolios und manch ein Anleger versucht sich, mit sogenannten "Window-Dressing"-Transaktionen davon zu trennen. Vor diesem Hintergrund dürften auch die derzeitigen Abgaben bei den Luxusgüteraktien von Swatch (-0,7%) und Richemont (-1,0%) zu erklären sein, die aufs Gesamtjahr gesehen mit 10% bzw. 8% im Minus liegen.

Zu den Tagesgewinnern zählen derzeit ohne News Swisscom (+0,7%) oder die Versicherer Bâloise (+0,6%), Swiss Re und Swiss Life (beide +0,4%). Galenica steigen moderat um 0,1%. Die Pharmatochter Vifor hat das Lizenzabkommen mit dem US-Biopharma-Unternehmen ChemoCentryx in der Behandlung von Nierenerkrankungen auf den Hemmstoff CCX140 ausgeweitet.

Die Pharma-Schwergewichte Roche (-0,1%) und Novartis (+0,1%) bewegen sich kaum vom Fleck. Demgegenüber belasten Nestlé den Gesamtmarkt mit -0,6%.

Santhera mit Kurssprung

Am breiten Markt hat eine Reihe von Unternehmen kurz vor Weihnachten News veröffentlicht. Santhera (+25%) brechen nach oben aus, nachdem die britische Arzneimittelbehörde das Medikament Raxone als "vielversprechendes innovatives Arzneimittel" eingestuft hat. Raxone wird in der Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie eingesetzt. Deutliche Kursgewinne verzeichnen auch Villars (+5,6%). Die Gesellschaft konnte die gemeinsam mit der Hofer Holding betriebenen Aperto-Shops an Coop verkaufen.

Derweil liess die Bank Vontobel verlauten, dass sie sich mit den US-Behörden im Steuerstreit geeinigt hat und keine Busse bezahlen muss. Die Aktie gewinnt nur leichte 0,5% dazu, schliesslich sei am Markt niemand davon ausgegangen, dass die Bank eine Strafzahlung leisten müsse, so ein Analyst. Auch die nicht an der Börse kotierte Raiffeisen-Gruppe konnte den Streit ohne eine Busszahlung beilegen, wie es am Freitag hiess.

(AWP)