«Für die kommenden Monate sind die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz unsicher», teilte die SNB am Donnerstag im Rahmen der vierteljährliche geldpolitischen Lagebeurteilung mit. Vor allem in der kürzeren Frist könnte das Wachstum «eher verhalten» ausfallen, mittelfristig sei dann aber wieder eine gewisse Belebung zu erwarten.
Für das Gesamtjahr 2026 geht die Nationalbank aktuell unverändert von einem Wachstum von rund 1 Prozent aus, gefolgt von rund 1,5 Prozent im Jahr 2027. Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sei die Entwicklung der Weltwirtschaft. Insbesondere könnte die Situation im Nahen Osten die globale Wirtschaftsaktivität bremsen, so die SNB.
Energiepreise stellen Risiko dar
Als Risiken für die Weltwirtschaft nennt die SNB etwa, dass die Energiepreise stärker ansteigen als im Basisszenario erwartet, was die Inflation deutlich erhöhen und das Wirtschaftswachstum merklich bremsen würde. Auch mögliche Lieferkettenprobleme und die gestiegene Unsicherheit könnten auf dem Wachstum lasten. Neben der Situation im Nahen Osten bleibe zudem auch der handelspolitische Ausblick weiterhin unsicher, betont die SNB.
Der mittelfristige Inflationsdruck für die Schweiz habe sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung derweil kaum verändert, heisst es weiter. Die Geldpolitik trage dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stütze die Wirtschaftsentwicklung. Die Nationalbank werde die Lage aber weiter genau beobachten und die Geldpolitik wenn nötig anpassen, um die Preisstabilität in der mittleren Frist sicherzustellen.
(AWP)

