In der US-Privatwirtschaft kamen insgesamt nur 44.000 Jobs hinzu, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten ein Plus von 70.000 Stellen erwartet, nach revidiert 95.000 im Juni. Arbeitnehmer könnten mit einem Jobwechsel mehr Lohn einstreichen, erläuterte ADP-Chefökonomin Nela Richardson. Dies deute auf Angebotsengpässe in Teilen des Arbeitsmarktes hin: «Gleichzeitig wandeln sich die typischen Einstellungsmuster, da Arbeitgeber auf die sich verändernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren», fügte sie hinzu.
Die Umfragedaten aus der Privatwirtschaft bilden nur einen Teil des US-Jobmarkts ab, da sie nicht den öffentlichen Dienst erfassen. Dieser ist hingegen im Arbeitsmarktbericht der US-Regierung enthalten, der somit ein umfassendes Bild über die Entwicklung staatlicher und privater Stellen liefert. Für den am Freitag anstehenden Job-Report erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 80.000, nach einem Zuwachs von 57.000 im Juni. Die US-Notenbank Federal Reserve hat diese Kennzahlen genau im Blick, da sie für Vollbeschäftigung und überdies für stabile Preise sorgen soll. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Zugleich teilte sie mit, der Beschäftigungszuwachs sei weiterhin gering, und die Arbeitslosenquote zeige Anzeichen einer Stabilisierung. Die Inflation bleibe zugleich weiterhin etwas erhöht.
In der US-Notenbank mehren sich angesichts der hartnäckig hohen Teuerung die Rufe nach einer Zinserhöhung. Fed-Chef Kevin Warsh hat sich jedoch mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs bewusst bedeckt gehalten. An den Terminmärkten wird darüber gerätselt, ob die Fed bald die Zinszügel anzieht. Die Chance auf einen Zinsschritt nach oben im September wird zurzeit auf rund 59 Prozent geschätzt.
(Reuters)

