Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch halten sich am Donnerstagvormittag trotz einer abermals sehr pessimistischen Prognose der UBS in der Gewinnzone. Sie steigen um 0,2 Prozent auf 198,75 Franken. Zum Zwischenhoch bei 212,80 Franken von Mitte Juni fehlen aber noch rund 7 Prozent.
Keinen Wiederaufstieg zu höheren Notierungen, sondern einen Rückfall um mehr als 50 Prozent auf 92 Franken sieht die zuständige Analystin der UBS. Sie hat ihre Kurszielprognose von 95 Franken um drei Franken nach unten angepasst. Die Einstufung von Swatch durch die UBS lautet nach wie vor «Sell».
Trotz eines überraschend starken Umsatzwachstums - vor allem in den USA - bleibe der Gewinn deutlich hinter den Erwartungen zurück, schreibt die Expertin. Dies deutet aus ihrer Sicht auf eine schwache Gewinnqualität und mögliche Vorzieheffekte durch höhere Auslieferungen an Händler statt an Endkunden hin. Kurzfristig könnte sich dieser Effekt fortsetzen, so die Analystin. Mittelfristig sieht sie jedoch Risiken durch strukturelle Schwächen, Marktanteilsverluste, einen höheren Break-even und anhaltend negativen Cashflow.
Die UBS-Expertin vertritt die negativste Einschätzung zu Swatch unter allen von AWP erfassten Analystinnen und Analysten. Das von ihr gesetzte Kursziel - 92 Franken - liegt klar unter dem Konsens von 168,56 Franken. Die Verkaufsempfehlung ist eine unter sieben. Zehn Anlageurteile lauten «Halten», eines steht auf «Kaufen».
Gemessen an diesem Marktkonsens gehört die Aktie des Uhrenherstellers aus Biel nicht unbedingt ins Depot. Sie kann aber dort verbleiben, wenn sie schon gekauft worden ist.
Dass die Swatch-Valoren am Donnerstag trotz der UBS-Einschätzung steigen, hat verschiedene Gründe. Zum einen war bereits bekannt, dass die Analystin der UBS eine sehr tiefe Prognose stellt - das Kursziel lag bislang bei 95 Franken, das Rating lautete schon «Sell». Zum anderen hat die britische Bank HSBC das Preisziel auf 190 von 180 Franken angehoben und das «Halten»-Rating bestätigt.
(cash)
