Der Verwaltungsrat des Schweizer Uhrenkonzerns Swatch Group lehnt den Kandidaten des aktivistischen Investors GreenWood Accounts für einen ‌Sitz im ⁠Gremium ab. Swatch empfehle, auf der virtuellen Generalversammlung vom 12. ⁠Mai gegen Steven Wood zu stimmen, wie der Einladung zu dem Aktionärstreffen ‌vom Mittwoch zu entnehmen war. Wood sei nicht ‌geeignet, die Interessen der Inhaberaktionäre ​im Verwaltungsrat zu vertreten. Er habe einen erheblichen Interessenkonflikt, da 95,98 Prozent aller Aktien, die der GreenWood Builders Fund IV besitze, Namenaktien und lediglich 4,02 Prozent Inhaberaktien seien. Zudem habe er weder einen Bezug ‌zu noch Erfahrung in der schweizerischen Industrie. Neben Plastikuhren produziert der Konzern aus Biel auch Luxusuhren der Marken Omega, Breguet oder Blancpain.

Swatch ​bekräftigte dagegen den Vorschlag, Andreas Rickenbacher in das ​Gremium zu wählen. Er solle ​die Inhaberaktionäre vertreten. Rickenbacher war von 2006 bis 2016 Regierungsrat des Kantons Bern und ‌amtiert gegenwärtig als Präsident der Unfallversicherung Suva, als Vizepräsident des Verwaltungsrats des Stromkonzerns BKW und als Mitglied des Verwaltungsrats von Aebi Schmidt.

Wood ​hatte sich ​bereits im vergangenen Jahr ⁠als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat ​wählen lassen wollen, scheiterte ⁠damit aber am Widerstand der Swatch-Gründerfamilie Hayek. Die Hayeks kontrollierten ‌damals 25,9 Prozent des Swatch-Aktienkapitals, dank einer zweistufigen Kapitalstruktur aus Inhaber- und Namenaktien aber 44,7 Prozent der Stimmrechte. Woods ‌US-Anlagefirma GreenWood Investors veröffentlichte im November eine Liste mit ​sechs Vorschlägen zur Anpassung der Statuten des Schweizer Uhrenkonzerns.