Die Swisscom spannt in Italien erneut mit Konkurrent Telecom Italia zusammen: Die Mailänder Swisscom-Töchter «Fastweb + Vodafone Italia» gründen ein Gemeinschaftsunternehmen mit Telecom Italia Mobile (TIM) zum Bau und Betrieb von bis zu 6000 Mobilfunkmasten.
Das Gemeinschaftsprojekt von Fastweb + Vodafone und TIM solle auch den raschen Ausbau von 5G-Netzen landesweit fördern, teilte die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué mit. Die Bauarbeiten sollen sich schrittweise über mehrere Jahre erstrecken. Mit dem Projekt wollen die beiden grossen Mobilfunkanbieter Italiens die Kosten senken und die betriebliche Effizienz steigern.
Das Gemeinschaftsunternehmen soll die Masten bauen und betreiben. Diese würden dann von Fastweb + Vodafone und TIM gemietet. Beide Mobilfunkanbieter werden mit dem Gemeinschaftsunternehmen langfristige Serviceverträge zu Marktpreisen abschliessen. «Darüber hinaus werden Fastweb + Vodafone und TIM gemeinsam prüfen, ob weitere Dienste bereitgestellt werden sollen», hiess es weiter.
Dritter Aktionär erwartet
Das Gemeinschaftsunternehmen gehört zunächst je zur Hälfte Fastweb + Vodafone sowie TIM. Der Beitrag von Fastweb und Vodafone werde voraussichtlich auf eine Eigenkapitaleinlage in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags begrenzt sein, sagte ein Swisscom-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.
Man erwarte, dass ein dritter Minderheitsinvestor zu einem späteren Zeitpunkt einsteige, sobald die langfristigen Vereinbarungen (einschliesslich Investitionsvereinbarung, Aktionärsvereinbarung) mit TIM abgeschlossen seien. Dies würde zu drei mitkontrollierenden Aktionären führen.
Die Finanzierung des Projekts werde durch eine Kombination aus Eigenkapital von Drittinvestoren und Fremdkapital gedeckt. «Zum jetzigen Zeitpunkt geben wir keine weiteren Kommentare zu den Finanzzahlen ab», sagte der Sprecher.
Das Gemeinschaftsunternehmen werde im Jahresabschluss von Swisscom nach der Equity-Methode konsolidiert und habe keinen Einfluss auf den freien Cashflow oder den finanziellen Ausblick, schrieb der Schweizer Telekomkonzern. Die Umsetzung des Projekts unterliege noch den üblichen Genehmigungen.
(AWP)

