Die Aktien von Richemont legen am Donnerstag nach Börseneröffnung zwischenzeitlich mehr als 1 Prozent zu auf 178 Franken. Nach einer Stunde wendet sich das Blatt und der Kurs fällt bis 10.25 Uhr nach Gewinnmitnahmen um 1,9 Prozent ins Minus auf unter 171,50 Franken. 

Der Luxusgüterkonzern hat den Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal um 4 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gesteigert. In Lokalwährungen legten die Verkäufe sogar um 11 Prozent zu. Auch die höchste Analystenerwartung wurde somit übertroffen.

Das Wachstum in den USA und im Nahen Osten setzte sich fort, auch Japan überraschte positiv, während der Grossraum China sich stabilisierte. Besonders hervorgehoben werden das Wachstum und die zunehmende Dynamik der Uhrenmarken. Inklusive Cartier erzielten die Uhrenmarken von Richemont einen geschätzten Anstieg von 11 Prozent – eine laut Vontobel «hervorragende Performance».

Dennoch gibt es auch Kritikpunkte: Geringes Volumenwachstum, negative Währungseffekte und der stark gestiegene Goldpreis wirken bremsend auf das robuste Umsatzwachstum. Mit den Zahlen hat Richemont jedoch einen wichtigen Meilenstein erreicht, um die Margenerwartungen von 65 Prozent (Bruttogewinnmarge) im Gesamtjahr zu erfüllen. 

Der Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy fasst zusammen: «Die Margen und der freie Cashflow stehen weiterhin unter Druck, doch Markenportfolio, Preissetzungsmacht und Bilanzstärke sind hervorragend.» Die bestätigte Expansion bei Uhren und im Grossraum China signalisiere, dass die Talsohle durchschritten ist.

Der Kurszuwachs seit dem 1. Januar beträgt 1,6 Prozent. In den letzten 52 Wochen sind es fast 26 Prozent. Mit 16 Kaufempfehlungen und nur einer Verkaufsempfehlung überwiegt derzeit klar der Optimismus unter den Experten. Auch Vontobel betont nach den Zahlen, Richemont sei einer ihrer Favoriten für das hiesige Börsenjahr. Schenkt man dem durchschnittlichen Kursziel Glauben, dürfte sich der Preis mittelfristig auf 181,74 Franken erhöhen. 

(cash)