87,58 Franken bezahlen Anleger am Dienstagabend für eine Aktie von ABB und damit 43 Prozent mehr als noch im Januar. Die Titel notierten auf einem Höchststand, nur am 22. Juni waren sie mit 88,56 Franken leicht mehr wert – das dürfte sich gemäss den Vorzeichen am Mittwoch jedoch ändern, es fehlt schliesslich nur etwa 1 Franken für ein neues Allzeithoch.

Um kurz nach 8 Uhr gewinnen die Titel bei Julius Bär vorbörslich 0,1 Prozent. Damit wäre eine Aktie 87,67 Franken wert.

Mit der Performance im bisherigen Jahr hält ABB auch den Preis der besten SMI-Aktie in den ersten sechs Monaten von 2026 inne. Novartis als Zweitplatzierter konnte nicht mal halb so viel Wert gut machen seit der Jahreswende (+16 Prozent). Der SMI legte im Vergleich knapp 7,5 Prozent zu.

Ausschlaggebend für den Erfolg waren besonders die strategische Fokussierung auf profitable Geschäftsfelder sowie die hohe Nachfrage nach Unternehmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz. Denn: Der Ausbau von KI-Rechenzentren erhöht die Nachfrage nach Lösungen für Elektrifizierung und Energieverteilung. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit durch den Einsatz von KI in der Industrieautomation und Robotik.

Längerfristiger Aufschwung vorbei?

Aktuell empfehlen jedoch nur noch vier Experten die Aktien zum Kauf, während 17 zum Halten raten und nur ein Experte zum Verkauf. Auch das durchschnittliche Kursziel von 75.60 Franken liegt unter dem jetzigen Kurs, wobei die höchste Schätzung von 90 Franken noch geraumes Potenzial impliziert.

Nach dem bisher starken Anstieg dürften weitere starke Kursanstiege schwieriger werden, da die positiven Erwartungen bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sind. Mehrere Analysten merkten jüngst an, dass die Bewertung von ABB hoch sei.

Die Entwicklung des Kurses wird gerade in Bezug auf KI auch stark von den Performances der grossen KI-Player abhängig sein. Diese hatten am US-Markt das erste Halbjahr klar dominiert. Der Nasdaq gewann besonders dank Micron, Intel, Marvell und Applied Materials rund 18 Prozent.

Mitte Juli wird ABB die Zahlen zum jüngsten Quartal vorstellen. Die Sparte Electrification wird von Experten mit starken Leistung erwartet, während die Automation-Sparte wegen eines aussergewöhnlich grossen Serviceauftrags im Vorjahresquartal eine schwierige Vergleichsbasis bei den Auftragseingängen hat. Die UBS rechnet mit einem Auftragswachstum von 7,6 Prozent, einem Umsatzwachstum von 10,8 Prozent sowie einer bereinigten EBITA-Marge von 19,6 Prozent. Der Analyst geht nicht davon aus, dass der Konzern die Guidance für das Gesamtjahr anheben wird. 

Aisha Gutknecht arbeitet seit Juli 2024 als Redaktorin für cash.ch.
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