Nachdem Partners Group Anfang Juni die Rücknahmen eines Private-Equity-Fonds auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV) begrenzt hatte, brach die Aktie auf ein Mehrjahrestief ein. Aktuell kostet der Titel 695,60 Franken, anfangs Januar waren es noch 1030 Franken.

Das Unternehmen begründete den Schritt als üblichen Schutzmechanismus für Anleger. Zwar verfüge der Fonds über genügend Liquidität, um sämtliche Rücknahmen auszuzahlen, dies entspreche jedoch nicht dem Zweck eines langfristig ausgerichteten Fonds. Nicht erfüllte Rücknahmegesuche würden deshalb ins nächste Quartal übertragen.

Partners-Group-Gründer Fredy Gantner bezeichnete die heftige Marktreaktion im Interview mit der «SonntagsZeitung» als Branchenproblem und als «massive Überreaktion». Gleichzeitig räumte er Kommunikationsfehler ein: «Wir müssen definitiv besser und proaktiver kommunizieren.» Die Ereignisse seien für das Unternehmen eine «schmerzhafte Lektion» gewesen.

Rückstufungen am Laufmeter

Etwas anders sehen das wohl die Analysten, welche in der Folge ihre Kursziele und Ratings nach unten anpassten. Allein in dieser Woche erfolgten vier Kursziel- und Ratingänderungen durch verschiedene Analysehäuser.

So senkte Octavian das Kursziel für Partners Group auf 1175 von 1375 Franken, empfiehlt die Aktien jedoch weiterhin zum Kauf. Der Analyst von Oddo hingegen stufte diese Woche seine Kaufempfehlung auf Halten zurück. Dem stimmt auch die Bank of America nach wie vor zu, reduziert aber das Kursziel bis 850 von 1150 Franken. Und am Freitag senkt Jefferies das Kursziel auf 760 von 1130 Franken - ebenfalls Rating Hold. 

Die Experten verwiesen dabei vor allem auf schwächere Aussichten beim Wachstum der verwalteten Vermögen, geringere Verwaltungs- und erfolgsabhängige Gebühren sowie mögliche weitere Mittelabflüsse aus Evergreen-Fonds, die das Ergebnis belasten könnten. Auch die zuletzt deutlich verschlechterte Stimmung im Sektor sowie reduzierte Erwartungen an erfolgreiche Beteiligungsverkäufe spielten eine Rolle. Einzelne Häuser betonen zudem die kurzfristig schwer absehbaren Katalysatoren und die sinkende Sichtbarkeit beim Wachstum.

Separat dazu wurden die Gewinnschätzungen nach unten angepasst: Analysten reduzierten ihre EPS-Prognosen für 2026 und 2027 je nach Haus um rund 10 bis 22 Prozent. Begründet wird dies mit tiefer erwarteten Verwaltungsgebühren infolge eines schwächeren Wachstums der verwalteten Vermögen (AuM) sowie mit reduzierten Annahmen bei erfolgsabhängigen Gebühren und insgesamt rückläufigen Kundengeldern.

Neuerdings resultiert ein durchschnittliches Kursziel von 957 Franken, also rund 300 Franken über dem jetzigen Niveau. Neun Kaufempfehlungen überwiegen sieben Halten-Ratings und eine Verkaufsempfehlung. Das höchste Kursziel vergibt Barclays mit 1200 Franken.

Treue aus den eigenen Reihen

Während die Analysten wohl eher pessimistisch eingestellt sind, signalisiert das Management des Vermögensverwalters das Gegenteil. So erfolgten allein in dieser Woche sechs teilweise millionenschwere Titelkäufe im Gesamtbetrag von 5'293'854.09 Franken. Seit dem 3. Juni erfolgten 40 Transaktionen. Dies ist bei SIX Exchange Regulations ersichtlich. 

Einer der Käufe dürfte laut eigenen Aussagen auf den Mitgründer Fredy Gantner zurückzuführen sein. «Ich halte weiterhin ein grosses Aktienpaket und habe in letzter Zeit sogar zusätzliche Aktien gekauft, wie viele unserer Mitarbeitenden», verriet er im Interview.

Vom Unternehmen zeigt sich der Mitgründer nämlich weiterhin überzeugt. «Partners Group hat ein Rekordjahr hinter sich, ist gut unterwegs im laufenden Jahr und handelt nun an einer rund 7-prozentigen Dividendenrendite», bekräftigte er. Trotz der Rücknahmen im Privatkundengeschäft sei der Trend bei den Kundengeldern positiv. Für 2026 erwartet die Gesellschaft weiterhin Bruttoneugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar.

Aisha Gutknecht arbeitet seit Juli 2024 als Redaktorin für cash.ch.
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