Die neuen Standards würden in ‌Kürze bekannt gegeben, ⁠sagte Verkehrsminister Sean Duffy am Montag, ohne Details zu nennen. Trump hatte eine deutliche Lockerung bereits im Dezember ⁠angekündigt und erklärt: «Die Leute wollen Benziner.»

«Wir stehen kurz davor, einen vernünftigen Standard für den Kraftstoffverbrauchs bekanntzugeben», sagte Duffy bei einem Auftritt in ‌Michigan. «Denn wir wollen, dass Detroit (der Sitz grosser US-Autobauer) Autos baut, die die ‌Amerikaner kaufen wollen – und keine Autos, die die ​Demokraten in Washington bauen lassen wollen.»

Die Autohersteller gehen davon aus, dass Duffys Vorhaben dem Vorschlag der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA vom Dezember ähneln wird. Darin wurde ein flottenweiter Durchschnittswert von 34,5 Meilen pro Gallone (14,7 km pro Liter) bis 2031 vorgeschlagen, was der in Deutschland gängigen Umrechnung von rund 6,8 Litern pro 100 Kilometern entspricht. Unter der Vorgängerregierung ‌von Joe Biden waren es 50,4 Meilen pro Gallone, was rund 4,7 Liter pro 100 Kilometer bedeutete.

Die NHTSA hat geschätzt, dass ihr Vorschlag die Kosten pro Neufahrzeug um jeweils 930 Dollar senken dürfte. Allerdings würde der ​Vorschlag zugleich zu einem deutlichen Anstieg des Kraftstoffverbrauchs führen und die US-Bürger bis ​zum Jahr 2050 etwa 185 Milliarden Dollar zusätzlich an Spritgeld ​kosten.

Trump hatte seine Pläne im Dezember gemeinsam mit den Chefs des Chrysler-Mutterkonzerns Stellantis und Ford vorgestellt. Der Ford-Chef hatte von einem ‌Sieg für den gesunden Menschenverstand und für die Erschwinglichkeit gesprochen. Die Chefin von General Motors (GM), Mary Barra, hatte erklärt, nach den bisherigen Vorschriften hätte die US-Autobranche ab 2026 mehr als ein Drittel der Neufahrzeuge als E-Autos absetzen müssen, ​um die ​Flottenvorgaben einzuhalten. «Wir hätten anfangen müssen, Werke zu schliessen, weil ⁠wir diese Fahrzeuge nicht hätten bauen und verkaufen können», hatte ​sie gesagt.

Biden, der im Januar ⁠2025 von Trump abgelöst worden war, hatte die Reduzierung der US-Treibhausgasemissionen und des Verbrauchs fossiler Brennstoffe im ‌Blick. Er wollte nach eigenen Angaben den Übergang zu sauberer Energie beschleunigen und die USA zu einem weltweit führenden Standort für Technologien und Fertigung im Bereich sauberer Energie machen. Er ‌wollte demnach zugleich die Autobauer anzuregen, mehr E-Autos zu bauen. Umweltschützer haben argumentiert, die ​Trump-Regierung bürde Autofahrern höhere Kosten an der Zapfsäule zum Vorteil der Ölindustrie auf. Trump hat mehrere Massnahmen ergriffen, um den Verkauf von Benzinern zu fördern und Anreize für die Produktion von Elektroautos zu verringern.

(Reuters)