Der Swiss Market Index taucht um 0,41 Prozent ab. Der Dax und ⁠der EuroStoxx50 notierten am Montag gegen Mittag jeweils rund ein Prozent tiefer bei 25.356 und 6144 Punkten. Der Pariser Leitindex Cac 40 fiel um rund 1,5 Prozent. ⁠Unter Druck geriet auch der Euro, der 0,3 Prozent auf 1,1207 Dollar einbüsste. Frankreich hat am Wochenende die schwersten politischen Unruhen seit Jahren erlebt. Bei landesweiten Protesten unter anderem gegen hohe Lebenshaltungskosten kam es zu massiven Ausschreitungen.

«Es ‌besteht ein klares politisches Risiko, das kurzfristig zu Schwankungen am Markt führen wird», sagte Kiran Ganesh, Stratege beim Vermögensverwalter UBS ‌Global. «Gleichzeitig gibt es auch über die Proteste hinaus andere Faktoren, die für die mittel- und ​längerfristige Entwicklung vielleicht noch wichtiger sind.» Die Unruhen, die die politische Unsicherheit vor der Präsidentschaftswahl 2027 erhöhen, setzten französische Staatsanleihen stark unter Druck, was die Renditen erneut nach oben trieb. Die Aktien der französischen Grossbanken BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole gaben rund zwei bis 2,5 Prozent nach.

IBEX ebenfalls unter Druck

Zur allgemeinen Verunsicherung trug auch die politische Lage in Spanien bei, wo im kommenden Monat vorgezogene Neuwahlen anstehen. Der spanische Leitindex, der Ibex, sank um 1,5 Prozent. Zudem hielten sich die Anleger im Vorfeld einer Woche mit ‌zahlreichen wichtigen Unternehmensbilanzen zurück. Im Laufe der Woche werden unter anderem der Softwarekonzern SAP, die britische Bank Barclays und der Netzwerkausrüster Nokia ihre Bücher öffnen. Europaweit zählten Verteidigungswerte und Banken zu den grössten Verlierern.

Bei den deutschen Einzelwerten gerieten Immobilienaktien unter Druck. Die Papiere von Vonovia, Aroundtown und TAG Immobilien büssten zwischen rund einem und zwei Prozent ein. Ein Händler verwies auf einen Bericht ​der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) über Pläne zur Vergesellschaftung grosser Wohnungsbestände in Berlin.

In den USA lagen die Futures für die wichtigsten Indizes hingegen ​im Plus. «Das hebt die Stimmung und nährt die Hoffnung, dass die jüngste Korrektur im KI-Sektor zumindest eine Pause ​einlegt», kommentierte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Auch in den USA stehen mit Netflix am Dienstag sowie Tesla und Meta am Mittwoch wichtige Quartalsberichte an. «Im Mittelpunkt stehen aus meiner Sicht die Margen, die Investitionspläne und ‌die Frage, wann hohe Ausgaben in belastbare Erträge münden», sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG.

Ölpreis gibt etwas nach

Für vorsichtigen Optimismus sorgte ein Rückgang beim Ölpreis. Der Preis für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent fiel um gut ein Prozent auf 108,59 Dollar je Fass (159 Liter), US-Leichtöl WTI verbilligte sich leicht auf 101,31 Dollar je Fass. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag per ​Erlass wichtige Sanktionen ​und Zölle gegen Russland ausgesetzt. Anleger am Ölmarkt spekulierten nun auf ein grösseres Angebot ⁠an russischem Treibstoff.

Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht und bezeichneten den Schritt Trumps als kurzfristigen Versuch, die Ölpreise vor ​den US-Zwischenwahlen zu senken. Auch die gemischten ⁠Signale aus Washington brächten Unsicherheit, sagte Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade. «Solange die Details und die Dauer nicht klarer sind, ist es unwahrscheinlich, dass der Markt einen nachhaltigen Anstieg ‌des Angebots vollständig einpreist.»

(Reuters)