Trotz der regulatorischen Unsicherheiten bleiben Analysten für die UBS-Aktie optimistisch und sehen die aktuelle Bewertung der UBS-Aktie als zu tief. So erhöhte der einflussreiche Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan am Montag das Kursziel auf 43 von zuvor 38 Franken an und bestätigte die Einstufung «Overweight».
Operativ sei die UBS bei der Integration der Credit Suisse weiterhin überzeugend unterwegs, schreibt Abouhossein. Die operative Stärke werde allerdings durch die anhaltenden Unsicherheiten zu den Kapitalanforderungen überlagert. Auch die AT1-Rechtsproblematik belaste das Sentiment. Entsprechend dürften die Eigenkapitalkosten im kurzfristigen Ausblick erhöht bleiben. Der hohe Bewertungsabschlag sei damit aber nicht gerechtfertigt, so der Experte.
Traditionell negativ eingestellt gegenüber der UBS ist dagegen Barclays. Dennoch erhöhte die Bank die Aussichten für den Kurs. Sie erhöhte das Kursziel auf 34 von 30 Franken, belässt die Einstufung aber bei «Underweight». Die UBS dürfte von der positiven Marktentwicklung und den daraus resultierenden höheren verwalteten Vermögen profitieren, schreibt Analystin Flora Bocahut. Allerdings dürfte der Gewinn durch einen einmaligen Sondereffekt aus einer Liability-Management-Massnahme mit 0,5 Milliarden Franken belastet werden.
Laut Bloomberg vergeben derzeit 14 Analysten ein «Buy»-Rating für die UBS-Aktie, vier ein «Hold» und sieben raten zum Verkauf. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 35,73 Franken.
Am Montag wehrte sich die Grossbank erneut gegen strengere Kapitalvorschriften in der Schweiz. Die vorgeschlagenen Massnahmen des Bundesrates würden die Wettbewerbsfähigkeit des Instituts beeinträchtigen, hiess es im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens vonseiten der UBS. «Der Vorschlag würde zu massiven Mehrkosten führen und die Fortführung des erfolgreichen Geschäftsmodells gefährden.»
Mit einem Massnahmenpaket will der Bundesrat die grösste Bank des Landes krisenfester machen und verhindern, dass bei einer möglichen Schieflage der UBS die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden müssen.
(cash/AWP)
