Urs Wietlisbach, einer der drei Milliardärs-Gründer der Schweizer Private-Equity-Firma Partners Group, trennt innerhalb des seit über einem Jahrzehnt gemeinsam geführten Family Office PG3 eine inskünftig unabhängige Einheit ab. Dies gilt als erstes Anzeichen für die Nachfolgeplanung des Managers.

Die neue Einheit innerhalb von PG3 wird von Jascha Forster geleitet, der derzeit als Anlagechef des Family Office Spectrum Value Management des Schweizer Milliardärs Thomas Schmidheiny tätig ist, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten.

Dieser Schritt markiert die erste bedeutende Abkehr von der bisher vollständig gemeinsam geteilten Struktur von PG3, die seit ihrer Gründung im Jahr 2013 durch Wietlisbach und seine Mitgründer Alfred Gantner und Marcel Erni bestand. Die drei lernten sich während ihrer Zeit bei Goldman Sachs kennen und bauten Partners Group zu einem der weltweit grössten Unternehmen für Privatmärkte aus. Es verwaltet heute rund 147 Milliarden Schweizer Franken.

PG3 lehnte eine Stellungnahme ab, während Forster für eine sofortige Kommentierung nicht erreichbar war.

Turbulenzen bei Partners Group

Partners Group durchlebt derzeit eine unruhige Phase. Anfang dieses Monats erlebten die Aktien des Unternehmens den stärksten Kursrückgang ihrer Geschichte, nachdem Kunden Gelder aus einigen der Evergreen-Fonds abgezogen hatten. Dies veranlasste das Unternehmen, die Abzüge zu begrenzen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie etwa dreissig Prozent verloren.

Der Kurssturz veranlasste die Führungskräfte, für mehr als dreissig Millionen Dollar Aktien des Unternehmens zu kaufen. Gantner bezeichnete den Rückgang als «massive Überreaktion», während der Verwaltungsratspräsident Steffen Meister wenige Tage später erklärte, dass die Sperrung von Fonds «heutzutage nicht ungewöhnlich» sei.

Kritik und politischer Einfluss

Im April erklärte die Leerverkaufs-Firma Grizzly Research, sie habe gegen Partners Group gewettet und behauptet, dass bis zu vierzig Prozent der Investitionen deutlich überbewertet seien. Partners Group nannte den Bericht verleumderisch und irreführend.

Trotz der aktuellen Turbulenzen zählen Gantner und Wietlisbach zu den erfolgreichsten Finanzpersönlichkeiten der Schweiz mit beträchtlichem politischem Einfluss. Gantner half der Schweizer Regierung, direkt mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump einen niedrigeren Zolltarif auszuhandeln. Wietlisbach ist bekannt für sein Engagement, die Bindungen zur Europäischen Union zu lockern.

Diese Bemühungen haben in der Schweiz beträchtliche Unterstützung erfahren. So stimmte das Land am Sonntag über eine Initiative ab, die die Bevölkerung auf zehn Millionen begrenzen sollte – was im Widerspruch zu den Abkommen der Schweiz mit der EU, insbesondere zur Personenfreizügigkeit, gestanden hätte. Die Initiative wurde abgelehnt.

Zukunftsplanung und Unabhängigkeit

Mit der neuen Aufteilung des Family Office strebt Wietlisbach mehr Unabhängigkeit bei individuellen Investitionen an, wie die mit der Angelegenheit vertrauten Personen angaben, die nicht namentlich genannt werden wollten. Sowohl er als auch Gantner haben grosse Familien und bereiten seit einiger Zeit die Nachfolge vor. 

Die drei Gründer arbeiten zudem an einer Aktionärsvereinbarung, die zukünftige Entscheidungsprozesse regeln soll, wie eine Person erklärte. Bisher verwaltete PG3 das Vermögen und die Investitionstätigkeiten der drei Gründer über eine gemeinsame Plattform.

(Bloomberg/cash)