Die Zentralbanken kauften im ersten Quartal lediglich 57 Tonnen Gold, 187 Tonnen weniger als ursprünglich erwartet, teilte der Branchenverband in einem Bericht am Donnerstag mit. Dies ist der schwächste Jahresbeginn seit über einem Jahrzehnt, so die Daten des WGC.
Die Revision bedeutet, dass das Kaufvolumen in diesem Jahr voraussichtlich unter dem Niveau von 2025 liegen wird. Die ursprüngliche Schätzung hatte Anleger beruhigt, da sie davon ausging, dass die institutionellen Anleger - ein wichtiger Treiber der mehrjährigen Goldpreisrallye - nach dem Preisverfall von einem Allzeithoch wieder verstärkt auf den Markt zurückkehren würden.
Das gelbe Edelmetall hat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar etwa ein Viertel seines Wertes verloren, da höhere Energiekosten die Inflationssorgen verstärkten und die Erwartungen an Zinssenkungen dämpften. Ein Grossteil der in den Schätzungen des WGC erfassten Zentralbankkäufe wird von den Währungsbehörden selbst nicht offengelegt.
Das Beratungsunternehmen Metals Focus berechnet die geschätzten Käufe im Auftrag des WGC anhand einer Kombination aus öffentlichen Daten, Handelsstatistiken und Feldstudien. Die Nachfrage der Zentralbanken erholte sich dennoch zwischen April und Juni deutlich und erreichte netto 289 Tonnen – ein Rekordwert für ein zweites Quartal. Polen war mit 51 Tonnen der grösste Abnehmer und erhöhte seine Käufe im ersten Halbjahr auf 82 Tonnen. China kaufte im Quartal 33 Tonnen Gold.
Nachdem der Goldpreis im Januar aufgrund von Befürchtungen über eine restriktivere Geldpolitik von einem Rekordhoch gefallen war, fand er seit Ende Juni Unterstützung bei etwa 4000 US-Dollar pro Unze. Anleger kauften bei Kursrückgängen um dieses Niveau. Höhere Kreditkosten belasten in der Regel den zinslosen Goldpreis.
Goldgedeckte ETFs verzeichneten im zweiten Quartal Abflüsse von 45 Tonnen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank im Jahresvergleich um etwa 3 Prozent auf 307 Tonnen. Die Nachfrage nach Schmuck ging um 17 Prozent auf 278 Tonnen zurück – der niedrigste Wert seit Beginn der Pandemie. Zudem sank das Angebot an recyceltem Gold um 6 Prozent auf 326 Tonnen.
(Bloomberg/cash)
