Der Grossaktionär werde ‌an ⁠dem Aktionärstreffen am Mittwoch in Wiesbaden nicht teilnehmen, sagten zwei ⁠mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Damit entscheide sich ‌das Institut vorerst für eine passive Rolle. ‌UniCredit hat ein Übernahmeangebot für ​die Commerzbank vorgelegt und sich direkt oder über Derivate 38,9 Prozent der Stimmrechte gesichert. UniCredit lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Commerzbank wehrt sich vehement gegen die Übernahmeversuche aus Italien. Erst am ‌Montag hatten Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären in einer offiziellen Stellungnahme geraten, sich nicht auf die vor knapp zwei Wochen vorgelegte Offerte einzulassen. ​UniCredit biete keinen angemessenen Aufschlag auf den Aktienkurs ​und habe keinen belastbaren strategischen Plan ​vorgelegt. Vorstandschefin Bettina Orlopp zufolge ist die Commerzbank überzeugt, mit ihrer eigenen, kürzlich ‌vorgestellten Strategie mehr Wert schaffen zu können.

Im Falle einer Fusion der Commerzbank mit der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) droht nach Einschätzung des Frankfurter Instituts ​ein ​Abbau von 10'000 bis ⁠11'000 Stellen. UniCredit selbst hatte von 7000 ​überzähligen Arbeitsplätzen in Deutschland ⁠gesprochen. Die Commerzbank will im Zuge ihres eigenen Kurses rund ‌3000 Stellen streichen. Der Betriebsrat befürchtet bei einer Übernahme sogar den Wegfall von bis zu 23'000 Jobs und ‌verweist dabei auf das Vorgehen der Italiener bei ​der Münchener Tochter HVB.

(Reuters)