Die italienische Unicredit will in der kommenden Woche ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank abgeben. ‌Dies ⁠kündigte der Chef des italienischen Geldhauses, Andrea Orcel, ⁠in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» an. Die ‌Eigner des deutschen Instituts hätten ‌dann vier Wochen Zeit, ​die Offerte anzunehmen. Diese Frist könne um zwei Wochen verlängert werden.

Er wolle seine Pläne auch gegen den Widerstand des Commerzbank-Managements durchsetzen, betonte Orcel. «Wir haben ‌18 Monate lang versucht, in einen konstruktiven Dialog zu treten.» Die bisherigen Verhandlungen hätten keine Einigung gebracht. Seit ​Anfang April herrsche zwischen den beiden Banken ​Funkstille. Den Vorwurf eines ​feindlichen Übernahmeversuchs wies Orcel zurück. «Wir haben Vorschläge gemacht, um Gespräche ‌gebeten und Kompromissbereitschaft signalisiert. Wir haben versucht, alle Beteiligten auf dem Weg zu einer Einigung mitzunehmen.»

Der Unicredit-Chef hielt ​sich ​erneut die Option ⁠offen, die Konditionen der Übernahmeofferte in ​den kommenden Wochen ⁠zu überarbeiten. «Wenn es in den nächsten Wochen noch ‌Gespräche gibt und es zu einem Kompromiss kommt, dann könnte sich etwas ändern.» Einen ‌Ausstieg bei der Commerzbank schloss er ​dagegen aus.

(Reuters)