Zugleich erlässt United Internet seiner ‌Mobilfunk-Tochter 850 Millionen Euro an Schulden. Der Schritt steht ⁠im Zusammenhang mit dem Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes von 1&1, mit dem das ‌Unternehmen zum vierten Netzbetreiber in Deutschland geworden ‌ist. United Internet zeichnet eine ​Sachkapitalerhöhung um 20 Prozent und schraubt seine Beteiligung an 1&1 damit auf 89,3 von 87,2 Prozent. Damit steigere 1&1 seine Eigenkapitalquote und erhalte dadurch mehr finanziellen Spielraum für den weiteren Netzausbau, ‌erklärten beide Unternehmen am Montagabend.

Die 35,4 Millionen neuen Papiere würden mit je 24,05 Euro bewertet, dem Schlusskurs der 1&1-Aktie vom vergangenen Freitag, also ​mit insgesamt 850,3 Millionen Euro. Genau diesen ​Betrag hatte United Internet der ehemaligen ​1&1-Tochter Versatel geliehen. Er wird nun gegen 1&1-Aktien getauscht. Damit werde auch die ‌konzerninterne Finanzstruktur vereinfacht, erklärte der Mutterkonzern. Zuletzt hatte er die 1&1-Beteiligung durch Zukäufe am Markt bereits um 1,3 Millionen Aktien aufgestockt. 4,7 ​Millionen ​weitere 1&1-Aktien könnten bis ⁠Mitte 2027 noch hinzukommen.

Zuletzt waren immer wieder ​Spekulationen aufgekommen, 1&1 könnte ⁠sich mit der Deutschland-Tochter der spanischen Telefonica oder der britischen ‌Vodafone zusammenschliessen, die ebenfalls eigene Mobilfunknetze betreiben. Telefonica-Deutschland-Chef Santiago Argelich Hesse hatte kürzlich gesagt, vier Netzbetreiber in Deutschland seien zu ‌viel. United Internet betonte, die Aufstockung des ​Anteils bekräftige «ihr langfristiges Engagement für die 1&1 AG».

(Reuters)