In den ersten sechs Monaten 2026 steigerte der Versicherer Vaudoise Umsatz und Gewinn. Für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern Wachstumsperspektiven im Nichtlebengeschäft, macht dies aber abhängig von den Elementarereignissen in der zweiten Jahreshälfte. Der Umsatz kletterte um 6,5 Prozent auf 1,17 Milliarden Franken, wie der Westschweizer Versicherer am Mittwoch bekannt gab. Der Reingewinn der Vaudoise erreichte im ersten Halbjahr 82,9 Millionen Franken. Das sei ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem revidierten Vorjahreswert.

Grund für die revidierten Zahlen sei eine Änderung der Rechnungslegung für 2025 bezüglich der Aktivierung von immateriellen Anlagen. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2025 seien angepasst worden.

Nichtlebengeschäft wächst

Steigern konnte sich die Vaudoise vor allem im grösseren Nichtlebengeschäft. Dort kletterte das Prämienvolumen um 6,7 Prozent auf 1,09 Milliarden Franken. Damit liege das Wachstum weit über dem Marktdurchschnitt, hiess es. Dieses sehr gute Ergebnis sei auf die Personenversicherungen - insbesondere die Unfallversicherung - und die positive Entwicklung in den Haftpflicht- und Sachversicherungsbereichen zurückzuführen.

Dagegen liege die Prämienentwicklung der Motorfahrzeugversicherung unter dem Marktdurchschnitt, hiess es. Die Schadenbelastung in diesem Bereich bleibt hoch. «Wie die meisten Motorfahrzeugversicherer in der Schweiz hat die Vaudoise Massnahmen ergriffen, um auf die steigenden Schadenkosten zu reagieren», schrieb die Gruppe.

Die Bruttoschadenbelastung stieg allerdings auf 461,8 Millionen Franken gegenüber 429,1 Millionen per 30. Juni 2025. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) verbesserte sich aufgrund der vorteilhafteren Schadenquote (Schadenbelastung/Prämien) auf 96,1 Prozent, nachdem sie vor einem Jahr gemäss revidierten Angaben noch 97,4 Prozent betragen hatte. Ein Wert von unter 100 Prozent bedeutet, dass das Geschäft versicherungstechnisch profitabel ist. Diese Verbesserung habe man trotz der finanziellen Auswirkungen der Brandkatastrophe von Crans-Montana zu Beginn des Jahres erreicht. 

Das Nichtlebengeschäft sei in der ganzen Schweiz gewachsen. Stark sei das Wachstum mit einem Plus von 7,6 Prozent in der Deutschschweiz gewesen, hiess es.

Lebensgeschäft praktisch stabil

Im kleineren Lebengeschäft stiegen die Einmalprämien um 5,3 Prozent. Die periodischen Prämien sanken hingegen um 2,1 Prozent. Die gesamten gebuchten Bruttoprämien blieben in der Lebensparte mit 50,4 Millionen praktisch auf Vorjahresniveau (50,2 Millionen).

Die Anlageergebnisse seien stabil geblieben. Der nicht annualisierte Anlageertrag gemäss Erfolgsrechnung beläuft sich im ersten Halbjahr 2026 auf 1,3 Prozent und bleibt damit stabil auf dem Niveau des ersten Halbjahrs 2025 (1,4 Prozent).

Am Ende des ersten Halbjahrs 2026 belief sich das Eigenkapital der Gruppe auf 2,78 Milliarden und nahm damit um 4,5 Prozent gegenüber Ende 2025 zu. Die Solvabilitätsspanne lag Ende Juni 2026 mit 336,5 Prozent unter dem Wert vom 31. Dezember 2025 (344,3 Prozent). Dies sei immer noch ein sehr solider Wert, hiess es.

Wachstum im Nichtlebengeschäft im Gesamtjahr

Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse im ersten Halbjahr gehe die Gruppe zuversichtlich in die zweite Jahreshälfte, schrieb die Vaudoise. Man bestätige die Wachstumsperspektiven im Nichtlebengeschäft für das Gesamtjahr 2026. «Die Jahres-Schadenbelastung hängt jedoch von den Elementarereignissen der zweiten Jahreshälfte ab, insbesondere in den üblicherweise stärker gefährdeten Monaten August und September», hiess es. Die Integration der Procimmo Group per 1. Juli 2026 werde sich auf das Ergebnis und das Eigenkapital der Gruppe im zweiten Halbjahr 2026 auswirken.

Zudem soll an der Generalversammlung 2027 Cédric Moret als neuer Verwaltungsratspräsident gewählt werden. Er ersetzt Philippe Hebeisen, der nach sieben Jahren als Präsident und zuvor elf Jahren als CEO zurücktritt.

(AWP)