Vermögensverwalter - Partners Group: Kundennachfrage enttäuscht

Partners Group hat im ersten Halbjahr 2018 zwar erneut die verwalteten Vermögen gesteigert. Bezüglich der Kundennachfrage enttäuschte die Gesellschaft für einmal aber die hohen Erwartungen des Marktes.
12.07.2018 08:00
Partners Group in Baar.
Partners Group in Baar.
Bild: cash

Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Gesellschaft.

In den ersten sechs Monaten 2017 erreichten die Kundennachfragen 6,2 Milliarden Euro nach 6,9 Milliarden im Vorjahr. Analysten (AWP-Konsens) hatten im Durchschnitt aber mit einer Kundennachfrage auf Vorjahresniveau sprich 6,9 Milliarden gerechnet, wobei die pessimistischste Schätzung bei 6,4 Milliarden Euro lag.

Kapitalzusagen über sämtliche Anlageklassen

Kapitalzusagen habe man über sämtliche Anlageklassen hinweg erhalten, wie Partners Group am Donnerstag mitteilt. Nachgefragt waren dabei insbesondere die Strategien für Private Equity Relative Value und Real Estate Secondaries sowie Multi-Asset und vorrangige Darlehen in Private Debt.

Neben der Kundennachfrage wurden sogenannte Tail-Down-Effekte von reiferen Privatmarktprogrammen sowie Kapitalrückflüsse aus liquiden und semi-liquiden Programmen in Höhe von -1,8 Milliarden verzeichnet. Bei Partners Group ist der Grossteil der Produkte darauf ausgelegt, dass Investoren zehn bis zwölf Jahre fest investiert bleiben. Wenn ein Privatmarktprogramm ausläuft, reduzieren sich die verwalteten Vermögen schrittweise, was als Tail-Down-Effekt bezeichnet wird.

Die Kapitalzusagen liessen das gesamte verwaltete Vermögen zum 30. Juni 2018 auf 67,1 Milliarden von 61,9 Milliarden per Ende 2017 ansteigen. Das entspricht einem Wachstum von 8 Prozent. Diesbezüglich übertraf die Gesellschaft die Markterwartungen deutlich. Im Durchschnitt hatten Analysten nur mit 66,2 Milliarden gerechnet.

Das verwaltete Vermögen teilt sich gemäss Mitteilung auf in 34 Milliarden Private Equity (50 Prozent), 13 Milliarden Private Debt (20 Prozent), 12 Milliarden Private Real Estate (17 Prozent) sowie 9 Milliarden Private Infrastructure (13 Prozent).

Investitionen von 7,7 Milliarden US-Dollar getätigt

Investiert wurde im ersten Halbjahr im Auftrag der Kunden eine Summe von 7,7 Milliarden US-Dollar nach 5,6 Milliarden im Vorjahr. Dabei wurden über 1'400 potentielle Direktinvestitionen in sämtlichen Anlageklassen analysiert und 40 hiervon umgesetzt. Dies entspricht einer Ablehnungsrate von 97 Prozent. 4,7 Milliarden (60 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens) entfielen auf Direkttransaktionen, wovon 2,8 Milliarden in Form von Eigenkapital direkt in Unternehmen, Immobilien und Infrastrukturanlagen investiert wurden.

Neben den Direktinvestitionen generierten Sekundärmarktspezialisten ein Volumen von insgesamt 73 Milliarden US-Dollar an Investitionsmöglichkeiten in global diversifizierte Privatmarktportfolios. Ausserdem wurden Kapitalzusagen in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar (16 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens) an ausgewählte Privatmarktmanager getätigt, um die Direkt- und Sekundärmarkttransaktionen zu komplementieren.

Angesichts der soliden Nachfrage sowie einem weiteren Anstieg der Investitionskapazität bestätigt Partners Group die bisherigen Ziele für das Gesamtjahr. Danach erwartet die Gesellschaft eine Bruttonachfrage in der Höhe von 11 bis 14 Milliarden Euro. Die Bandbreite für sogenannte Tail-Down-Effekte aus reiferen Privatmarktprogrammen und Kapitalrückflüsse aus liquiden und semi-liquiden Programmen bleiben unverändert bei -4,5 Milliarden bis -5,5 Milliarden Euro.

Die detaillierten Halbjahresergebnisse will Partners Group am 12. September veröffentlichen.

(AWP)